Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Ermittler werten Zugunglück als Terroranschlag
Nachrichten Panorama Ermittler werten Zugunglück als Terroranschlag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 28.11.2009
Das Zugunglück in Russland wurde von Ermittlern als Terroranschlag gewertet. Quelle: AFP
Anzeige

Der voll besetzte Newski Express war am Freitagabend zwischen Moskau und St. Petersburg unterwegs, als er mutmaßlich durch eine Explosion zum Entgleisen gebracht wurde.

Der Ermittlungsausschuss der Generalstaatsanwaltschaft erklärte, am Tatort in der Nähe der Ortschaft Uglowka seien „Teile eines Sprengsatzes gefunden und entfernt“ worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Terrorverdachts und illegalen Besitzes von Sprengstoff. Nach Kreml-Angaben wies der russische Präsident Dmitri Medwedew auch den Inlandsgeheimdienst FSB an, Ermittlungen aufzunehmen. In Moskau trat ein Krisenkabinett zusammen.

Nahe der Gleise am Tatort zwischen den Regionen Nowgorod und Twer wurde laut Interfax ein Krater mit einem Meter Durchmesser entdeckt. Augenzeugen hätten kurz vor dem Entgleisen der Waggons einen Knall gehört. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte eine andere Quelle, wonach möglicherweise ein Sprengsatz unter einem der Waggons angebracht war.

Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums entgleisten vier der insgesamt 14 Waggons des mit fast 660 Passagieren besetzten Newski Express. Er ist der schnellste Zug zwischen den beiden russischen Großstädten, der außer von Pendlern auch gern von Touristen genutzt wird.

Die Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium, insgesamt seien 39 Menschen ums Leben gekommen; andere Quellen nannten die Zahl von mindestens 25 Todesopfern. Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa sagte, 95 Menschen seien verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Rettungskräfte setzten am Sonnabend die Suche nach Toten und Überlebenden fort. Zwei Flugzeuge des Katastrophenschutzministeriums brachten ein Lazarett sowie Ärzte, Rettungskräfte und Polizisten an den Ort des Geschehens.

Nach Angaben der russischen Eisenbahngesellschaft (RJD) sind unter den Todesopfern auch drei Ausländer. In anderen Berichten hieß es, unter den Passagieren seien zwei Finnen und ein Italiener gewesen. Insgesamt befanden sich fast 660 Passagiere und rund 20 Schaffner an Bord des Zuges.

Der mitreisende Polizist Andrej Abramenko sagte dem Sender Westi-24, zwei Waggons seien vollständig umgestürzt. „Mehrere Menschen wurden unter dem Metall komplett zerquetscht. Ich hörte Schreie und Stöhnen“, fügt er hinzu. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, wurden mindestens fünf Waggons beschädigt. Die drei hintersten wurden am schwersten getroffen.

Bereits im August 2007 war der Newski Express in der Region Ziel eines Anschlags gewesen. Dabei waren rund 60 Menschen verletzt worden. Wer damals für den Anschlag verantwortlich war, blieb ungeklärt.

afp

Bei einem Fährunglück in Bangladesch sind mindestens 28 Menschen ertrunken. Dutzende Menschen wurden am Samstag noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. Die mit mehr als tausend Passagieren völlig überladene Fähre nahm den Angaben zufolge Kurs auf einen Flussanleger auf der Insel Bhola im Süden des Landes, als sie am Freitagabend kenterte.

28.11.2009

Nach dem Zugunglück im Nordwesten Russlands hat die russische Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen Terroranschlag eingeleitet. Außerdem werde wegen illegalem Besitz von Waffen und Sprengstoff ermittelt

28.11.2009

Die Fahndung nach den beiden aus der Justizvollzugsanstalt Aachen geflohenen Schwerkriminellen ist bis zum frühen Sonnabendmorgen erfolglos geblieben. Auch der Einsatz von Hubschraubern mit Wärmebildkameras brachte keinen Erfolg, wie die Polizei mitteilte.

28.11.2009