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Panorama Fall Leonie: Polizei fasst verdächtigen Stiefvater
Nachrichten Panorama Fall Leonie: Polizei fasst verdächtigen Stiefvater
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14:40 21.01.2019
In Torgelow ist ein sechs Jahre altes Mädchen gestorben. Gegen den Stiefvater wird ermittelt. Quelle: Christopher Niemann
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Ducherow

Der unter Mordverdacht stehende Stiefvater des getöteten sechsjährigen Mädchens aus Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist gefasst. Die Polizei nahm den 27-Jährigen am Montag in der Nähe von Anklam fest. Ihm wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Nach Angaben der Polizei wurde er auf der Bundesstraße 109 in Begleitung seines Anwalts gefasst.

Wie eine Sprecherin der Polizei in Neubrandenburg, der „Ostsee-Zeitung“ mitteilte, befand sich der 27-Jährige zu dem Zeitpunkt gemeinsam mit seinem Anwalt auf dem Weg zur Polizei. „Er wollte nach Anklam zur Polizei, wo er sich in Begleitung eines Anwaltes stellen wollte“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Beatrix Heuer, in Neubrandenburg. Offenbar sei der öffentliche Fahndungsdruck zu hoch gewesen. Woher der Flüchtige kam, sei noch nicht klar.

Stiefvater soll Leonie zu Tode misshandelt haben

Dem Mann werden Mord durch Unterlassen und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die sechs Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow starb. Er habe den nahenden Tod des Kindes infolge der Misshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen, erklärte Heuer. Um seine Tat zu verdecken, habe er auch keine medizinische Hilfe geholt.

Am 12. Januar hatte der Stiefvater die Retter alarmiert und vorgegeben, das Kind sei eine Treppe heruntergefallen. Rechtsmediziner widerlegten diese Angaben anhand des Verletzungsbildes des Mädchens. Zudem soll der Gesuchte auch den jüngeren Bruder der Getöteten misshandelt haben, wie erst später festgestellt wurde.

Nach polizeilichem Verhör zum Haftrichter

Am Freitag veröffentlichte die Polizei zwei Fotos des 27-Jährigen. Im Zuge der Fahndung wurden mehrere Wohnungen in Wolgast und Umgebung durchsucht. Es gab immer wieder Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte des mutmaßlichen Mörders.

„Der Tatverdächtige wird zunächst von der Polizei angehört“, erläuterte Heuer. Danach sollte der 27-Jährige zum Amtsgericht Pasewalk im gleichen Landkreis gebracht werden, wo ein Haftrichter ihm innerhalb von 24 Stunden den Haftbefehl verkünden würde. Dort werde er auch noch einmal „rechtliches Gehör“ bekommen.

Panne bei erster Festnahme auf Polizeirevier

Der Mann aus Vorpommern war zunächst wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ unter Verdacht geraten, hatte aber bei einem Festnahmeversuch am 14. Januar zunächst aus dem Polizeirevier fliehen können. Das hatte Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) bereits scharf kritisiert und die Umstände extra prüfen lassen. Das Amtsgericht Pasewalk erließ am 17. Januar einen Haftbefehl „Mordes durch Unterlassen.“

Seit Freitag hatte die Polizei auch öffentlich mit Fotos nach dem 27-Jährigen gefahndet, der in der Region Anklam/Torgelow aufgewachsen war und zeitweise auch in Wolgast gelebt hatte.

Verdächtiger soll weiteres Kind misshandelt haben

Der Mann soll auch den jüngeren Bruder des getöteten Mädchens misshandelt haben. Das Kind wurde vom Jugendamt zum leiblichen Vater gebracht. Gegen die Mutter der beiden Kinder, die mit einem Baby in eine Mutter-Kind-Einrichtung gebracht wurde, wird wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt.

Das Jugendamt hatte die Familie im Februar 2018 - damals hatten sich die Eltern getrennt und die Mutter lebte mit dem neuen Lebensgefährten noch in Wolgast – nach einem Hinweis überprüft, aber keine Anhaltspunkte für Misshandlungen gefunden.

Für Dienstag ist in Torgelow eine Trauerstunde in der evangelischen Kirche geplant.

Lesen Sie hier:
Vater von Leonie erfuhr aus der Zeitung vom Tod des Mädchens

Von RND/dpa

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