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Panorama Getöteter Lübcke bekam Morddrohungen von Rechten
Nachrichten Panorama Getöteter Lübcke bekam Morddrohungen von Rechten
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22:49 04.06.2019
Blumen und Kerzen erinnern an den getöteten Kasseler Politiker Walter Lübcke. Quelle: Foto: Swen Pförtner/dpa
Kassel

Auch am zweiten Tag nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (65) sind die Umstände unklar, die Anwohner des Ortes Wolfhagen-Istha ratlos. „Die Stimmung hier ist bedrückend, kein Mensch weiß, was dahintersteckt“, sagt eine Nachbarin. Am Himmel dreht ein Polizeihubschrauber seine Runden. „Jeder kannte Walter Lübcke, jeder mochte ihn, er war beliebt und hat sich überall engagiert“, sagt die Anwohnerin.

„Die Menschen sind geschockt“, sagt auch Wolfgang Hanske, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Istha. Manche hätten geweint, als er am Sonntag im Gottesdienst den Tod Lübckes ansprach. „Da dachten wir aber noch an einen Herzinfarkt oder Ähnliches.“ Erst später habe sich herumgesprochen, dass er keines natürlichen Todes gestorben ist. „Dass es jemand aus dem Ort gewesen sein soll, kann sich keiner vorstellen“, sagt der Pfarrer.

Walter Lübcke soll Drohungen von Reichsbürgern bekommen haben

Von Rechten allerdings soll der CDU-Politiker in den vergangenen Jahren immer wieder Drohungen erhalten haben – unter anderem von sogenannten Reichsbürgern, so der stellvertretende Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber gegenüber dem „Hessischen Rundfunk“. Zeitweise habe Lübcke unter Polizeischutz gestanden. Auf die Frage, ob die Tat im Zusammenhang mit den Morddrohungen stehen könnte, gebe es bisher keine Erkenntnisse, sagte Oberstaatsanwalt Horst Streiff. Sogar nach Lübckes Tod gehen Häme und Spott von rechts gegen den CDU-Politiker weiter.

Hinweise auf das Motiv fehlen bisher, die Polizei, die vor Lübckes Haus rund um die Uhr einen Streifenwagen abgestellt hat, gibt keine Auskünfte. Die Ermittlungen der 20-köpfigen Sonderkommission dauern an. Das Haus Lübckes ist mit rot-weißem Flatterband umzäunt, die Rolläden sind heruntergelassen. Die Familie ist laut Polizei an einem sicheren Ort.

Lübcke wurde durch Schuss aus nächster Nähe getötet

Lübcke war in der Nacht zu Sonntag durch einen Schuss in den Kopf getötet worden. Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus. Der Schuss sei aus nächster Nähe abgefeuert worden.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:

Rechtsextreme freuen sich im Internet über Tod des Kasseler Regierungspräsidenten

Von Julia Rathcke und Maren Tinz/RND

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