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Panorama Häufig Ärger mit der Hygiene
Nachrichten Panorama Häufig Ärger mit der Hygiene
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21:38 09.08.2013
Von Klaus Wallbaum
In Mensen, Kantinen und anderen Lebensmittelbetrieben wird häufig gegen Hygienevorschriften verstoßen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Ergebnisse wurden im neuen Verbraucherschutzbericht zusammengestellt, den Agrarminister Christian Meyer (Grüne) und Landkreistag-Geschäftsführer Hubert Meyer am Freitag vorgestellt haben. „Der Anteil von Schlampigkeiten ist ärgerlich hoch“, erklärten die beiden. Viele kleine Betrieben seien oft überfordert und bräuchten den Rat der Kontrollbehörden. Von den rund 112.000 niedersächsischen Betrieben (Bäckereien, Gaststätten, Imbissbuden, Supermärkten und Kantinen) wurden rund 40 Prozent überwacht. Die häufigsten Verstöße gegen Vorschriften betreffen neben der Hygiene die falsche Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Die wesentlichen Ergebnisse des Berichts:

  • Gesundheitsgefahren: In nur 0,04 Prozent der rund 33 000 Lebensmittelproben, die vom Laves untersucht wurden, wurden gesundheitsfährdende Stoffe festgestellt. Das betrifft 13 Fälle - etwa Salmonellen in einer Streichmettwurst oder Hapatitis-A-Viren in Erdbeerjoghurt-Schnitten. Eine Bäckerei im Raum Hannover wurde für zwei Tage geschlossen, weil der Eigentümer nicht gegen Kakerlaken vorgegangen war. In rund 14 Prozent wurden Verunreinigungen mit Schimmel, Hefepilzen oder Bakterien gefunden, die aber zumeist nicht die Gesundheit beeinträchtigen. Häufig kommt es vor, dass das Frittierfett zu alt und nicht mehr genießbar ist - in 36 von 146 überprüften Fällen war dies der Fall.
  • Hygiene-Regeln: Anlass zur Rüge geben oft die in den Betrieben nicht eingehaltenen Regeln für Reinigung und Sauberkeit. Rohes Fleisch darf nicht mit Maschinen geschnitten werden, die vorher bei Aufschnitt verwendet wurden. Arbeitsflächen müssen nach der Zubereitung von Fleisch gereinigt werden. Auch bei der Herstellung von Speiseeis oder bei der Verwendung geschlagener Sahne ist hohe Sorgfalt nötig, da es hier wiederholt zu „mikrobiologischen Auffälligkeiten kam“, wie Laves-Präsident Eberhard Haunhorst mitteilte. Das Agrarministerium wendet sich mit der Bitte an die Verbraucher, auch beim Grillen aufzupassen: Einige verchromte Grillzangen geben gefährliches Nickel ab, Minister Meyer rät daher zum Gebrauch höherwertiger Edelstahl-Zangen. Außerdem solle Alkohol nicht aus Pappbechern getrunken werden, da sich aus dem Papier Schadstoffe lösen können.
  • Kennzeichnung: Künstlicher Käse oder Fleischersatz werden häufig nicht als solche gekennzeichnet. Dies müsse aber sein. „Mogelbeschreibungen sind kein Kavaliersdelikt“, sagte Minister Meyer. Dies schädige all jene Betriebe, die mehr Sorgfalt mit der Betitelung ihrer Ware walten lassen. Eine „Hähnchenbrust“ dürfe nicht aus Formfleisch, also zusammengesetzten Fleischteilen, bestehen. Käse müsse ein Milchprodukt sein, ein Imitat aus Pflanzenfett dürfe den Namen Käse nicht tragen. Ein Hackfleischspieß dürfe nur dann auch „Döner“ heißen, wenn er wenigstens zu 40 Prozent aus gewachsenem Fleisch und nicht aus Hackfleisch besteht. Falsche oder unvollständige Kennzeichnungen sind ein großes Problem für die Lebensmittelkontrolleure. Eine Salami dürfe nur als „Spitzenprodukt“ angepriesen werden, wenn sie auch aus besonders guten Zutaten besteht. Formfleisch als Bestandteil sei dann nicht zulässig, erklärt Haunhorst.
  • Kontrollen: Das Land Niedersachsen will nach den Worten von Minister Meyer die Lebensmittelkontrollen verbessern. Das Laves soll mit 186 Stellen verstärkt werden, 60 davon sollen bereits im nächsten Jahr kommen. 25 Personen sollen eine sogenannte „Task force“ bilden, eine Eingreiftruppe, die in Krisenfällen sofort aktiv wird. Finanzieren will Meyer diese Mehrausgaben durch höhere Gebühren für die Kontrolle von Futtermittelbetrieben, die ebenfalls künftig intensiver begutachtet werden sollen. Landkreistag-Geschäftsführer Meyer sagte, die Kommunen begrüßten eine strengere Lebensmittelkontrolle, obwohl diese zu Mehrkosten bei den Landkreisen führe. 55 Millionen Euro werde bisher dafür aufgewandt, erstattet bekämen die Kreise vom Land aber lediglich 35 Millionen Euro. Eine höhere Kostendeckung über höhere Gebühren, die von den zu kontrollierenden Betrieben entrichtet werden muss, sei „ein denkbarer Weg“, sagte Meyer.
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