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Panorama Handel mit Wildtieren: Öko-Farm entpuppt sich als Löwenschlachthaus
Nachrichten Panorama Handel mit Wildtieren: Öko-Farm entpuppt sich als Löwenschlachthaus
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17:04 30.04.2019
Bis zu 800 Löwenskelette dürfen jedes Jahr exportiert werden. Quelle: Kevin Anderson/dpa
Kapstadt

In Südafrika hat eine Tierschutzorganisation eine vermeintliche „Öko-Farm“ aufgedeckt, in der binnen zwei Tagen 54 Löwen geschlachtet und ausgenommen wurden. „Man konnte das Blut riechen“, sagt Reinet Meyer von der Gesellschaft zur Prävention von Gewalt an Tieren, der britischen „Daily Mail“, „überall in dem Raum waren Fliegen, es war schrecklich.“ Es habe sich um ein Löwen-Schlachthaus gehandelt.

Südafrika ist ein Teil des weltweiten Handels mit gefährdeten Wildtieren. Auf Farmen werden Löwen gezüchtet, um bei der Trophäenjagd auf kleinem Raum geschossen oder für ihre Knochen umgebracht zu werden. Diese gelten in China und Südostasien nach wie vor als Medizin und Wunderheilmittel.

Viermal so viele gefangene Löwen in Südafrika als freilebende weltweit

Nach Angaben der Organisation, die ein Jahr lang rund um den Löwenhandel recherchierte, leben in Südafrika 12.000 Löwen in Gefangenschaft – rund viermal so viele Tiere, wie in freier Wildbahn weltweit noch vorkommen. Einige Löwen werden gar mit Tigern gekreuzt, um auf dem Weltmarkt noch mehr Einnahmen mit den stärkeren Knochen zu erzielen.

Die Tiere werden vor ihrem Tod häufig an Menschen gewöhnt, leiden in engen Käfigen, Meyer sagt gegenüber „msn.com“, einige Tiere hätten sich nicht einmal aufrecht stellen können. Immerhin das ist auch in Südafrika nicht legal, weshalb der vermeintlichen Öko-Farm nun vorerst die Lizenz für die Ausfuhr von Löwen-Teilen entzogen wurde. Was nun mit den 246 Löwen auf der Farm passiert, von denen rund 100 schon zum Ausnehmen verkauft sind, ist noch unklar.

Britischer Politiker fordert Importverbot

„Touristen unterstützen das ganze System, in dem sie in Südafrika Farmen besuchen, auf denen sie mit Löwenbabys spielen können“, schreibt der britische konservative Politiker Lord Ashcroft auf seiner Website. Er setzt sich für ein Importverbot von Trophäen und Teilen wilder Tiere nach Großbritannien ein.

Diese Löwen würden allesamt gefangen gehalten, „rein zum Zwecke der Löwenjagd und um ihre Knochen für den asiatischen Markt auszunehmen“, schreibt Ashcroft in einem offenen Brief an Umweltminister Michael Grove. Er wünscht sich, dass Großbritannien Vorreiter wird und Südafrika gemeinsam mit anderen Nationen auffordert, die Löwenjagd zu unterbinden.

800 Löwen dürfen jährlich aus Südafrika exportiert werden

Ashcroft schreibt auf seiner Website über die Absurdität des Handels. Demnach würden Farmer Fotos von Löwen via Whatsapp nach Asien schicken, so könnten sich Kunden schon vorab den Löwen aussuchen, den sie gerne geschossen hätten. Der Preis pro Tier liege bei 13.000 bis 55.000 Dollar. 800 Löwen in Gefangenschaft dürfen jedes aus Südafrika exportiert werden – die Dunkelziffer liegt aber wohl weit höher.

Von RND/msk

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