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Panorama Angela Merkels Mutter ist gestorben – das Leben einer ungewöhnlichen Frau
Nachrichten Panorama Angela Merkels Mutter ist gestorben – das Leben einer ungewöhnlichen Frau
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22:37 10.04.2019
Herlind Kasner, die Mutter von Kanzlerin Merkel, ist gestorben. Quelle: Gregor Fischer/dpa
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Berlin

Dass Angela Merkels Mutter eine ungewöhnliche Frau war, konnte man auch in ihren späten Lebensjahren noch sehen. So erteilte die damals bereits 90-Jährige im Herbst 2018 Unterricht an der Volkshochschule Templin. „Let’s go on learning English“, hieß es zehnmal zwei Stunden. Ein Freund der Familie sagt, sie sei auch am Ende „total klar“ gewesen.

Am Mittwochabend nun wurde publik, dass Herlind Kasner Anfang April, wie es heißt, gestorben ist. Angela Merkel hatte sich zuvor intensiv um sie gekümmert.

Das letzte gemeinsame Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Mutter Herlind Kasner entstand am 8. Februar 2019 beim Neujahrsempfang der Stadt Templin. Quelle: Bernd Settnik/ZB/dpa

Leicht hat es Herlind Kasner nicht gehabt. Das hatte damit zu tun, dass sie – am 8. Juli 1928 in Danzig geboren – in die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus und den Krieg hineinwuchs. Es hatte ferner damit zu tun, dass ihr Mann Horst Kasner später aus Hamburg in die DDR wollte – und die Familie 1954 wenige Wochen nach Angela Merkels Geburt mitnahm. Herlind Kasner, deren Mädchenname Jentzsch lautete, war Lehrerin für Latein und Englisch, durfte den Beruf in der DDR aber als Pfarrersfrau nicht ausüben. Das, sagt der Freund der Familie, sei stets ihr Kummer gewesen.

Herlind Kasner wurde Sekretärin des protestantischen Pastoralkollegs im nordbrandenburgischen Templin, das ihr Mann leitete – und konnte ihren Neigungen dort in bescheidenem Maße nachgehen. So unterrichtete sie in kirchlichen Kreisen Latein und Griechisch. Und sie brachte jenen Kirchenleuten Englisch bei, die es beruflich brauchen konnten: Konsistorialpräsident Manfred Stolpe, später Ministerpräsident des Landes Brandenburg, war einer von ihnen.

Viele Jahre hat sie ihre Tochter begleitet: Angela Merkel mit ihrer Mutter Herlind Kasner (rechts) im Jahr 2000 in Templin (Uckermark). Angela Merkel ist in Templin aufgewachsen. Quelle: picture-alliance

Daneben zog Herlind Kasner ihre Kinder Angela, Jahrgang 1954, Marcus, Jahrgang 1957, und Irene, Jahrgang 1964, groß. Das Credo der Mutter lautete: Ihr müsst besser sein als alle anderen, sonst lassen sie euch niemals studieren. Und zwar wegen der kirchlichen Verwurzelung. Schließlich waren die Kasners als Pfarrersfamilie in der DDR kaum mehr als geduldet.

War der stattliche Horst Kasner für seine Strenge bekannt, war es seine um einiges kleinere Frau, die wohl mehr Wärme gab. Als ihre inzwischen weltberühmte Tochter zum ersten Mal zur Kanzlerin gewählt wurde, saßen die Eltern auf der Tribüne des Reichstages – gewiss stolz, aber auch entrückt. So unprätentiös Angela Merkel ist, so unprätentiös waren sie. Menschen, die Herlind Kasner näher kannten, sagen, sie sei „eine sehr selbstbewusste und eigenständige Frau gewesen“ – eine Frau übrigens auch, die nach der Wende anders als die berühmte Tochter zeitweilig Mitglied der SPD war und von den Englisch-Kursen an der Volkshochschule trotz ihres hohen Alters nicht lassen mochte.

Die Trauerfeier für Herlind Kasner findet am Gründonnerstag statt. Anschließend findet sie neben ihrem Mann, der am 2. September 2011 starb, in einem sehr schlichten Grab ihre letzte Ruhe.

Von Markus Decker/RND

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