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Panorama Hinweise auf einen zweiten Wolf bei Celle
Nachrichten Panorama Hinweise auf einen zweiten Wolf bei Celle
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07:42 09.11.2011
Von Gabriele Schulte
Die "Heidewölfin" in der Fotofalle. Quelle: John
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Celle

Jäger haben nördlich von Celle einen möglicherweise zweiten Heidewolf entdeckt – und fotografiert. Hoffnungen auf einen Gefährten für die Wölfin, die seit Jahren auf dem Truppenübungsplatz Munster herumstreift, nährt dieses Bild vom Wochenende zwar nicht. „Darauf ist ebenfalls ein weibliches Tier zu erkennen“, heißt es im Umweltministerium und bei der Landesjägerschaft. Gleichzeitig mehren sich in den vergangenen Wochen jedoch Beobachtungen zu einem vielleicht männlichen Tier, dessen scheues Verhalten sich vom eher zutraulichen Gebaren der bekannten Wölfin stark unterscheidet. Ein Gefährte, Begründer eines niedersächsischen Rudels?

„Wir müssen abwarten“, meint Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Jägerschaft. Wie immer, wenn irgendwo jemand einen vermeintlichen Wolf entdeckt, überprüften die Fachleute die Meldung vom Wochenende zunächst genau. Denn mancher unbefangene Beobachter hält aus der Entfernung schon mal einen streunenden Schäferhund für ein wildes Tier. Hat das gesichtete Objekt die wolfstypischen Ohren, klein und dreieckig? Ist das Fell im Bereich der Schnauze weißlich, an der Schwanzspitze dunkel gefärbt?

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Im Fall dieses jetzt bei einer Gemeinschaftsjagd fotografierten Tieres ist klar: Es war ein Wolf, mit großer Wahrscheinlichkeit weiblich. Das Bild sei nicht ganz scharf und nicht zur Veröffentlichung freigegeben, berichtet Habbe. Aber das eher kleine, graubraune Tier im halb hohen Gras sei gut zu erkennen: „Man sieht den Kopf von vorn und die markanten Zeichnungen auf dem Winterfell.“ Nun suchen Jäger und Förster in dem Gebiet nach Fährten und Kot, um die Gene untersuchen zu lassen.

Im März war bereits bei Amelinghausen (Kreis Lüneburg) anhand eines Bluttropfens DNA gesichert worden, nachdem ein Autofahrer die mutmaßliche Heidewölfin angefahren hatte. Ergebnis: Das leicht verletzte Tier stammt aus einem Rudel vom Truppenübungsplatz Altengrabow in Sachsen-Anhalt. Die großen Entfernungen irritieren die Fachleute nicht. „70 Kilometer an einem Tag sind für einen Wolf keine Strecke“, sagt Habbe.

Unterdessen hat Helge John, Wolfsberater des Landes in der Heide, seine Kameras vom Übungsplatz Munster-Nord etwas nach Süden verlagert. Nachdem er die bekannte Heidewölfin schon öfter in Fotofallen erwischt hat, hofft er jetzt auf Bilder von einem zweiten, vielleicht männlichen Exemplar. In den vergangenen zwei Monaten nämlich sei mehrfach ein Tier beobachtet worden, das sich ängstlich sehr schnell aus dem Staub machte, berichtet der Förster. „Das kennen wir von unserer Wölfin nicht, die wir zwischendurch auch ein paarmal gesehen haben. Die guckt sich die Leute in Ruhe an, bevor sie langsam weggeht.“