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Panorama In Lüneburg gefundener Schädel ist doch kein Fall für die Polizei
Nachrichten Panorama In Lüneburg gefundener Schädel ist doch kein Fall für die Polizei
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17:44 24.04.2019
Der in Lüneburg gefundene Schädel ist doch kein Fall für die Polizei. Quelle: Robert Michael/dpa (Symbolbild)
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Lüneburg

Nach dem mysteriösen Fund eines Schädels und mehrerer Knochen im vergangenen Herbst geht die Lüneburger Polizei nicht mehr von einem aktuellen Gewaltverbrechen aus. „Der in einem Waldstück entdeckte Schädel stammt von einer Frau, die bereits im Jahre 1405 verstorben ist“, sagte Polizeisprecherin Antje Freudenberg am Mittwoch.

Sie verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen des Klaus-Tschira-Archäometrie-Zentrum in Mannheim. Danach ist der skelettierte Schädel mehr als 600 Jahre alt. „Der Fund dürfte somit weniger von kriminalistischer als archäologischer Bedeutung sein“, sagte Freudenberg.

Nach Schädelfund: Zusammenhang mit vor 20 Jahren vermissten Monika Crantz geprüft

Ermittler hatten auch einen möglichen Zusammenhang mit der vor 20 Jahren vermissten Monika Crantz geprüft. Dazu hatte das Institut für Rechtsmedizin in Hamburg Schädel, Knochen und Kleidungsstücke untersucht. Hinweise auf Verbindungen zu der Frau oder anderen Vermisstenfällen der vergangenen Jahrzehnte ergaben sich aber nicht.

Die 49 Jahre alte Geschäftsfrau Monika Crantz aus Ratzeburg in Schleswig-Holstein war im Januar 1999 verschwunden, ihre Leiche wurde nie gefunden. Wegen Mordes aus Habgier wurde ihr Ehemann in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt, darauf nahm er sich in der Zelle das Leben. Die Verschwundene wurde Anfang 2004 offiziell für tot erklärt.

Von RND/dpa