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Panorama Diese Frau will als erste deutsche Astronautin ins All
Nachrichten Panorama Diese Frau will als erste deutsche Astronautin ins All
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21:00 18.02.2019
Die Meteorologin Insa Thiele-Eich wird darauf vorbereitet, im Jahr 2020 auf die internationale Raumstation ISS zu fliegen. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Hannover

Eigentlich hat Insa Thiele-Eich alle Hände voll zu tun. Erst im Oktober hat die 35-Jährige ihr drittes Kind bekommen. Doch die Meteorologin verfolgt noch ganz andere – abgehobene – Pläne. Sie will als erste Deutsche in den Weltraum starten.

Elf deutsche Männer flogen bislang ins All. Nur die USA, England, Frankreich und Italien schickten bereits Frauen. 1963 flog die Russin Valentina Tereschkowa als erste Frau überhaupt in den Weltraum. Dass Deutschland als eine der großen Raumfahrtnationen da nicht mitzieht, konnte Luft- und Raumfahrtingenieurin Claudia Kessler nicht so stehen lassen und rief die private Initiative „Die Astronautin“ ins Leben. Sie hatte selbst den Traum, Astronautin zu werden. Jetzt will sie anderen Frauen die Möglichkeit geben.

„Die Astronautin“: Mehr als 400 Bewerberinnen

Mehr als 400 Bewerberinnen hatten sich für „Die Astronautin“ angemeldet. Am Ende setzten sich Insa Thiele-Eich und Suzanna Randall durch – wer von beiden tatsächlich ins All abhebt, entscheidet sich in naher Zukunft. Astronaut Ulrich Walter erklärte beide vor knapp zwei Jahren aus fachlicher, medizinischer und psychologischer Sicht als geeignet. Seitdem bereiten sie sich auf ihre Mission für 2020 vor – mit Flugschein, Tauchübungen und Überlebenstraining. Zurzeit sind sie bei einem Simulationstraining bei Airbus in Bremen.

Trainieren bei Schwerelosigkeit: Insa Thiele-Eich (rechts) bereitet sich auf ihren möglichen Einsatz 2020 vor. Quelle: dieastronautin.de

„Ich habe im Sommer 2018 meinen Flugschein gemacht, das war eine sehr intensive Zeit“, sagt Thiele-Eich dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Den Flugschein brauche sie nicht etwa, um die Rakete zu fliegen. „Es soll das Bewusstsein für unsere Situation und die Gefahr geschärft werden. Bevor man ein Flugzeug startet, gibt es Checklisten, die man durchgeht. Dieses Vorgehen braucht man in der Raumstation auch“, sagt Thiele-Eich. Bei einem Trainingsflug hatte sie einen der Punkte übersehen. „Ich habe gelernt, dass ich die Checklisten lieber zweimal durchgehe, wenn es um etwas Essenzielles geht.“

Trainingsunterbrechung nach Geburt von drittem Kind

Nach der Geburt ihres dritten Kindes hatte die Meteorologin das Training unterbrochen, im Sommer beginnen für sie die Übungen unter Wasser. Dort „fehlt einem oft die räumliche Orientierung“, erklärt sie. Ähnlich wie im All. Sollte Thiele-Eich 2020 tatsächlich zur internationalen Raumstation ISS starten, wäre sie 400 Kilometer von der Erde entfernt. Ihre Familie werde sie vermissen, so Thiele-Eich, und schiebt lachend hinterher: „Aber als ich auf Dienstreise in Bangladesch war, war ich weiter weg.“

Die Familie spielt bei ihrer Faszination für die unendliche Weite des Weltraums eine entscheidende Rolle. „Dank meines Vaters bin ich sehr weltraumnah aufgewachsen“, so die dreifache Mutter. Ihr Vater Gerhard Thiele flog im Jahr 2000 als zehnter Deutscher ins All, sieben Jahre war er Mitglied des ESA-Astronautenkorps. „Er hat uns nachts aufgeweckt, um Sternschnuppen zu gucken, oder wir haben uns durch Teleskope den Saturn angesehen. Seine Begeisterung hat mich definitiv angesteckt.“

Schon Thiele-Eichs Vater war Astronaut

Als Thiele-Eich acht Jahre alt war, hat ihr Vater ihr die sogenannte Andromedagalaxie am Himmel gezeigt, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht Millionen Jahre zur Erde braucht. „Es hat mich fasziniert, etwas zu sehen, was eigentlich gar nicht mehr da ist. Dieses Erlebnis hat auf jeden Fall den Wunsch in mir geweckt, zu gucken, wer oder was da draußen vielleicht noch ist“, sagt die gebürtige Heidelbergerin.

Wann genau die angehende Astronautin ins All starten wird, ist noch nicht bekannt. Derzeit ist das Team von „Die Astronautin“ in Gesprächen mit dem privaten amerikanischen Raumfahrtunternehmen Space X von Elon Musk, der auch an dem Onlinebezahlsystem Paypal und dem Elektroautohersteller Tesla beteiligt ist. Momentan erwartet Thiele-Eich gespannt den nächsten Start von Space X, bei dem eine unbesetzte Dragon-Kapsel in den Weltraum startet. Im Sommer soll Dragon dann erstmalig mit Besatzung fliegen. „Ein Flug mit Space X wäre für uns eine sehr reale Möglichkeit, zur Raumstation zu gelangen“, sagt Thiele-Eich. Bis dahin übt sie sich in Geduld – genug zu tun hat die dreifache Mutter.

Von Maren Tinz

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