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Panorama Jägerin aus Texas erschießt seltene Giraffe und prahlt in US-Talkshow: „Sie war köstlich.“
Nachrichten Panorama Jägerin aus Texas erschießt seltene Giraffe und prahlt in US-Talkshow: „Sie war köstlich.“
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09:06 09.06.2019
Zeigt sich bei Facebook gerne mit Waffen und erschossenen Tieren: Tess Thompson Talle. Quelle: Facebook/Tess Talley
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Odessa

Die Fotos gingen um die Welt: Eine Frau mit Gewehr posierend vor einer erschossenen Giraffe. Die Bilder entstanden während eines Jagdausflug in Südafrika 2017, bei der Jägerin handelte es sich um die Amerikanerin Tess Thompson Talley.

Monate nach dem Eklat stellte sich die 38-Jährige aus Odessa im US-Bundesstaat Texas jetzt in einer Talk-Runde den Kritikern und verteidigte ihre Poser-Fotos. Und statt Reue zu zeigen, zeigte sie sich uneinsichtig und holte zum Gegenschlag aus, sie sagte: „Die Tiere sind für uns auf die Erde gebracht worden, wir ernten sie und essen sie.“ Und als sie in der CBS-Sendung nach dem toten Giraffenbullen gefragt wurde, neben dem sie sich stolz präsentiert hatte, sagte sie: „Er war köstlich.“ Und damit nicht genug.

Koffer aus Tierhaut

Später zeigte sie noch ihren Waffenkoffer, den sie sich aus der Haut des Tieres hatte machen lassen. „Das ist Teil der schwarzen Giraffe, die ich geschossen habe. Ich wollte etwas, das mich auf allen meinen Jagden begleitet“, erzählte die Texanerin. Sie habe außerdem dekorative Kissenbezüge aus dem Fell machen lassen. „Und jeder liebt sie“, behauptete sie enthusiastisch.

Tess Thompson Talley Quelle: Tess Thompson Talley

Schon damals, als ihre Poserfotos publik wurden, wurde Tess Thompson Talley für ihr Verhalten verurteilt, und das auch von prominenter Seite. Wer so etwas tue, habe keine Seele, meldete sich etwa Musiker Moby zu Wort. Komiker Ricky Gervais, für seinen Einsatz für Tierrechte bekannt, bedachte die Frau mit einem üblen Kraftausdruck. Und die Schauspielerin Debra Messing (“Will & Grace“) twitterte, Talley sei eine „ekelhafte, gemeine, unmoralische, herzlose, egoistische Mörderin“ mit „schwarzem Herzen“. Und das Netzportal „AfricaDigest“ bezeichnet sie als „weiße amerikanische Wilde“, die „nach Afrika kommt, um eine sehr seltene schwarze Giraffe zu töten.“

Ich bin stolz darauf, eine Jägerin zu sein

Nichtsdestotrotz postete sie weiter Bilder von sich und getöteten Tieren, flankiert mit Sprüchen wie: „Ich liebe es, meine Fingernägel machen zu lassen. Aber ich liebe es auch, Zeug in die Luft zu jagen.“ Oder: „Dieser Moment, wenn Dein Steak auf dem Grill röstet und dir läuft das Wasser im Munde zusammen. Fühlt sich das für euch Veganer auch so an, wenn ihr den Rasen mäht?“

Tess Thompson Talley Quelle: Tess Thompson Talley

In der Show sprach sie jetzt über die Kritik von damals – und wie sie sehr bedroht gefühlt habe: „Es wurde richtig schlimm. Meine Adresse wurde weitergegeben, Leute tauchten bei mir auf der Arbeit auf. Sie riefen meinen Arbeitgeber an und forderten, dass ich entlassen werde.“ Ihr Boss aber habe zu ihr gehalten. Und auch die Fernsehzuschauer ließ sie nochmals wissen: „Ich bin stolz darauf, eine Jägerin zu sein und zu jagen. Und ich bin stolz auf diese Giraffe.“

Rote Liste der gefährdeten Arten

Übrigens: Bereits Ende 2016 hatte die Weltnaturschutzorganisation IUCN die Tiere auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt, nachdem die Population binnen drei Jahrzehnten um 40 Prozent geschrumpft war.

Von RND

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