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Panorama Kriminologe zur Tat in Frankfurt: „Perfekte Voraussetzungen für einen Racheakt“
Nachrichten Panorama Kriminologe zur Tat in Frankfurt: „Perfekte Voraussetzungen für einen Racheakt“
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15:40 30.07.2019
Passanten legen Blumen am Hauptbahnhof nieder. Quelle: epd
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Frankfurt

Einen Tag nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Bahnhof, bei der ein 40-jähriger Eritreer einen achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben soll, ist das Motiv des Tatverdächtigen weiterhin unklar – er schweigt bislang. Für den Kriminologen Christian Pfeiffer ist das Tatmotiv allerdings naheliegend.

„Ich sehe einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall in Frankfurt und der Tat in Wächtersbach“, sagte Pfeiffer gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). In Wächtersbach war am 22. Juli ein 26-jähriger Eritreer von einem 55-jährigen Deutschen angeschossen und verletzt worden. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus.

„Er antwortet auf das, was ein paar Kilometer entfernt passiert ist“

Die Eritreer fürchten sich. Das ist die perfekte Voraussetzung für einen Racheakt. In meinen Augen ist das die plausibelste Erklärung. Er antwortet auf das, was ein paar Kilometer entfernt passiert ist“, erklärte Pfeiffer weiter.

Pfeiffer kritisiert die aus seiner Sicht mangelnde Berichterstattung in dem Fall aus Wächtersbach: „Da herrscht einfach Wut. Da wird ein Eritreer abgeknallt und die Leute gehen einfach zur Tagesordnung über. Das ist extrem ernst gewesen“. Unklar ist auch, ob die Tat in Frankfurt geplant war oder sich der Täter zufällig dazu entschieden hat. „Es könnte sein, dass es spontan war. Es könnte aber auch geplant gewesen sein“, sagte Pfeiffer dem RND. Auch die Staatsanwaltschaft weiß bisher nicht, ob die Tat spontan oder geplant war, sagte Sprecherin Nadja Niesen.

Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen

Laut dem Kriminologen sei die Eritreer-Szene in und um Frankfurt bestens miteinander vernetzt. „Die Szene kennt sich untereinander gut und hält zusammen. Sie tauschen sich aus.“ Der Tatverdächtige hält sich allerdings erst seit einigen Tagen in Frankfurt auf, er lebt in der Schweiz. Warum er in Frankfurt war, ist bislang nicht bekannt. Der 40-Jährige wird am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt äußerte sich zu einer möglichen Verbindung der beiden Fälle. „Bislang gibt es keinerlei Anhaltspunkte auf einen Zusammenhang mit dem Vorfall in Wächtersbach. Die Ermittlungen gehen aber in alle Richtungen“, so Niesen.

Eine Nachahmer-Tat schließt Pfeiffer aus. „Die Eritreer lesen keine deutschen Zeitungen. Nachahmer-Taten liegen deshalb nicht auf der Hand.“ Hintergrund: Der Fall weist Parallelen zum Fall in Voerde auf. Am 22. Juli stieß ein 28-jähriger Mann kosovarischer Herkunft mit serbischer Staatsangehörigkeit eine 34-jährige Deutsche am Bahnhof in Voerde vor einen einfahrenden Zug. Das Opfer verstarb noch an der Unfallstelle. Auch die Staatsanwaltschaft hat noch keine Anhaltspunkte, dass es sich um eine Nachahmertat handelt.

Von RND/jj/msk

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