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Panorama Mann (20) mit Down-Syndrom erschossen: Polizisten kommen vor Gericht
Nachrichten Panorama Mann (20) mit Down-Syndrom erschossen: Polizisten kommen vor Gericht
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14:32 12.04.2019
Blumen stehen nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Mann mit Down-Syndrom am Tatort. Polizisten, die auf den 20-Jährigen geschossen haben, müssen sich dafür vor Gericht verantworten. Quelle: Janerik Henriksson/TT NEWS AGENC
Stockholm

Nachdem Polizisten in Schweden auf einen 20-Jährigen mit Down-Syndrom geschossen haben, müssen sie sich nun vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft in Stockholm am Freitag mitgeteilt hat, werde sie gegen drei Männer Anklage erheben.

Zweien werde Fehlverhalten im Dienst vorgeworfen. Ein dritter, der den tödlichen Schuss abgab, muss sich für den Tod des jungen Mannes beziehungsweise ebenfalls wegen Fehlverhaltens verantworten.

Bewaffnet mit einer Spielzeugpistole

Der 20-Jährige war in der Nacht zum 2. August 2018 aus der Wohnung seines Vaters gelaufen und hatte eine Spielzeugpistole dabei. Zeugen alarmierten die Polizei, sie hätten einen bewaffneten Mann im Hinterhof gesehen. Als die Beamten eintrafen, hielten sie die Waffe für echt.

Der junge Mann, der außerdem eine Autismus-Diagnose hatte, reagierte nicht auf die Aufforderung, die Pistole fallen zu lassen und richtete sie auf die Beamten. Die Polizisten fühlten sich bedroht und gaben zusammen 25 Schüsse ab, drei trafen ihr Ziel.

Fehlverhalten der Beamten

Blumen stehen nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Mann mit Down-Syndrom am Tatort. Quelle: Janerik Henriksson / dpa

Staatsanwalt Martin Tidén räumte ein, dass die Polizisten nicht erkennen konnten, dass der Mann eine Spielzeugpistole in der Hand hatte. Die Beamten hätten in der Situation nicht prüfen können, ob die Bedrohung real war. Dennoch hätten sie nach jedem Schuss neu prüfen müssen, ob es einen Grund gab, weiter zu schießen.

In diesem Fall sei das offenbar nicht geschehen. Obwohl sich der 20-Jährige abgewendet hatte, stellten sie das Feuer nicht ein. Der junge Mann wurde von zwei Schüssen in den Rücken getroffen, einer davon war tödlich.

Vater meldete Jungen als vermisst

Zuvor hatte der Einsatzleiter den Vater des jungen Mannes getroffen, der ihm berichtete, dass er nach seinem Sohn suche. Der Polizist sah aber den Zusammenhang nicht. Auch er ist nun wegen Fehlverhaltens angeklagt.

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Von RND / dpa

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