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Panorama Michael Jacksons Arzt wird nicht aussagen
Nachrichten Panorama Michael Jacksons Arzt wird nicht aussagen
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19:44 01.11.2011
Jacksons ehemaliger Leibarzt Conrad Murray wird im Prozess nicht aussagen. Quelle: dpa
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Los Angeles

Der frühere Leibarzt von Michael Jackson wird nicht in den Zeugenstand treten. Am Dienstag wurde vor Gericht in Los Angeles bekannt, dass der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Mediziner Conrad Murray nicht selbst das Wort ergreifen wird. Wie das Internetportal „Tmz.com“ berichtete, waren Murrays Anwälte unterschiedlicher Meinung, ob der Kardiologe aussagen sollte. Die Verteidigung hat damit die Befragung ihrer Zeugen abgeschlossen.

Der Jury liegt nur der Text einer zweieinhalbstündigen, polizeilichen Vernehmung Murrays vor. Das Verhör fand im Juni 2009, zwei Tage nach Jacksons Tod durch ein Narkosemittel, statt. Damals lag der Befund der toxikologischen Untersuchung des Leichnams noch nicht vor. Ebenso wenig war bekannt, dass Murray etwa 20 Minuten lang Telefongespräche führte, während sein Patient im Sterben lag.

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Die Anklage rief am Dienstag noch einmal den Narkose-Experten Steven Shafer in den Zeugenstand, um einige letzte Details zu klären. Der Mediziner hatte in der vorigen Woche bereits mehrere Tage lang ausgesagt und dabei Murray die Schuld am Tod des Sängers gegeben.

In dem Prozess werden als nächstes die Schlussplädoyers beider Seiten erwartet. Danach geht der Fall zur Urteilsfindung an die Jury. Die Anklage wirft Murray vor, Jackson zu viel von dem Narkosemittel Propofol gespritzt zu haben. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58-jährigen Mediziner vier Jahre Haft.

Bei der Vernehmung des bekannten Narkosespezialisten Paul White kam es am Montag zu einem Eklat. Richter Michael Pastor ermahnte den Zeugen der Verteidigung mehrmals, Informationen auszuklammern, die er im Gespräch mit dem angeklagten Murray erhalten hatte. Ungeachtet der Aufforderung unterbreitete White der Jury weiter Einzelheiten, die er von Murray und nicht aus unabhängigen Quellen erfahren hatte.

White hatte in seiner Aussage die Position der Verteidigung gestützt. Demnach könnte sich Jackson das letztlich tödliche Anästhetikum Propofol selbst gespritzt haben. Am Montag allerdings räumte er ein, dass der angeklagte Arzt fahrlässig bei der Pflege seines berühmten Patienten gewesen sei. „Ohne sorgfältige Überwachung am Bett des Patienten könnte es gefährlich sein“, sagte der Experte zum Propofol-Einsatz bei Jackson. Außerdem widerspreche die Verabreichung außerhalb eines Krankenhauses allen ärztlichen Standards, sagte White vor Gericht.

dpa

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