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Panorama Missbrauchsfall Lügde: Jugendamt stellt Mitarbeiter frei
Nachrichten Panorama Missbrauchsfall Lügde: Jugendamt stellt Mitarbeiter frei
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17:03 15.02.2019
Tjark Bartels (SPD), Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, bei einer Pressekonferenz im Jugendamt Hameln-Pyrmont vergangene Woche. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hameln

Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde (Nordrhein-Westfalen) hat das zuständige Jugendamt Hameln-Pyrmont einen Mitarbeiter freigestellt. Der Mitarbeiter habe am heutigen Freitag eingeräumt, einen Vermerk nachträglich in Akten des Jugendamtes einsortiert zu haben, wie die Behörde am Mittag mitteilte.

Bei der Akte handelt es sich um Unterlagen zur Pflegetochter des Hauptverdächtigen Andreas V., der neben mindestens 30 anderen Kindern auch seine Pflegetochter jahrelang schwer sexuell missbraucht haben soll.

Jugendamt Hameln-Pyrmont steht seit Bekanntwerden von Missbrauchsfall in der Kritik

Das Jugendamt Hameln-Pyrmont steht seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Kritik, weil es im Frühjahr 2017 entschieden hatte, das heute achtjährige Mädchen bei dem Hauptverdächtigen auf dem Campingplatz wohnen zu lassen – obwohl es bereits im Jahr 2016 zwei Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben haben soll. Auch die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt derzeit gegen Jugendamtmitarbeiter und Polizeibeamte.

Landrat Tjark Bartels (SPD) sagte, der Mitarbeiter des zuständigen Jugendamts „wollte die Akte um einen fehlenden Vermerk ergänzen und vervollständigen“. Er habe den Vermerk im Nachhinein erzeugt und zurückdatiert. „Das lässt den Verdacht auf einen Verstoß gegen Dienstpflichten zu – ganz unabhängig davon, ob die eingefügten Informationen falsch oder richtig waren“, erklärte die Sprecherin des Jugendamts, Sandra Lummitsch.

Behörde gibt vorerst keine weiteren Details bekannt

Worum es im Einzelnen ging, wollte die Behörde am Freitag nicht erläutern. Vor Montag gebe es keine genaueren Erkenntnisse zu dem Vorfall, hieß es. Der betreffende Mitarbeiter sei „ab sofort vorsorglich vom Dienst freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt sind“. Auch bei der Staatsanwaltschaft habe sich der Mitarbeiter gemeldet.

Von RND/jra

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