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Panorama Dummer Fehler bei Ikea bringt Frau hinter Gitter
Nachrichten Panorama Dummer Fehler bei Ikea bringt Frau hinter Gitter
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11:39 26.10.2018
Einkauf mit Folgen: In Frankreich landete eine Frau im Gefängnis. Fehler mit 4 Dosen bei Ikea bringt Frau ins Gefängnis. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Straßburg

Gerade feiert der Möbelhersteller Ikea 60 Jahre Firmengeschichte, doch ausgerechnet zum Geburtstag sorgte ein Zwischenfall aus Frankreich für schlechte Nachrichten. Weil Emilie, eine junge Frau aus Straßburg, in einer Filiale beim Einkauf vier Dosen falsch gescannt hatte, kam sie hinter Gitter.

Der Vorfall im Detail: Zusammen mit ihrem Vater scannte Emilie Anfang Oktober an der Selbstbedienungskasse ihren Einkauf, vier Frischhaltedosen, die sie auch bezahlte. Doch gerade, als sie die Filiale verlassen wollten, wurden sie von einem Wachmann gestoppt.

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24 Stunden auf der Wache

Der Mann behauptete, Emilie hätte einige Gegenstände unbezahlt in ihre Ikea-Tüte gelegt. Und tatsächlich: Auf den vier Dosen befanden sich auch vier Deckel, die einen separaten Strichcode hatten und somit einzeln hätten bezahlt werden müssen. Emilie beteuerte, dies nicht bemerkt zu haben und erklärte, die Deckel sofort bezahlen zu wollen. Doch der Wachmann blieb hart, er rief die Polizei. Der Vorwurf: bandenmäßiger Diebstahl.

Auf der Polizeiwache erkannte eine Beamtin den Fehler, rief einen Untersuchungsrichter, und die beiden kamen frei – allerdings erst, nachdem sie 24 Stunden auf der Wache verbracht hatten.

Für Tupperdosen in den Knast

Emilie schrieb später über den Vorfall im Internet, die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Schon am nächsten Tag hatten den Tweet mehr als 10.000 Nutzer retweetet und über 400 Mal kommentiert.

Ikea sah sich zu einem Kommentar verpflichtet, in dem es hieß: „Ikea Frankreich wurde über einen Vorfall am 1. Oktober in einem seiner Geschäfte informiert. Wir bevorzugen in der Regel immer den Dialog und bedauern den Fall aufrichtig. Wir werden unsere Anzeige zurückzuziehen und entschuldigen uns.”

Emilie reagierte auf diese Stellungnahme ihrerseits, allerdings kaum versöhnt: „Danke, dass ihr den Fehler zugegeben habt, aber die Anzeige wurde (soweit ich weiß) erst am Montagabend zurückgezogen, als wir schon für unschuldig befunden wurden. Wenn ihr wirklich den Dialog vorziehen würdet, dann hätte es meine Tweets nicht gegeben.” Und dann gab sie gleich noch eine Empfehlung mit auf den Weg: „Die Moral der Geschichte: Scannen Sie Ihre Artikel gewissenhaft und vergessen Sie nicht, dass Sie für sch***ß Tupperdosen in den Knast gehen können.”

Von RND