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Panorama Mord an Backpackerinnen: Dänin verurteilt, weil sie Video teilte
Nachrichten Panorama Mord an Backpackerinnen: Dänin verurteilt, weil sie Video teilte
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06:18 14.05.2019
Die jungen Frauen wurden in ihren Zelten von den Tätern überrascht. Quelle: AP
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Kopenhagen

Eine 29-jährige Frau aus Dänemark wurde zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt, weil sie in den sozialen Medien ein Video teilte, das den Mord einer Mitbürgerin durch den Islamischen Staat zeigt. Die Frau nahm das Urteil an.

Im Dezember wurden die 24-jährige Dänin Louisa Vesterager Jespersen und die 28-jährige Norwegerin Maren Ueland auf einer Backpacking-Reise ermordet, als sie im Atlasgebirge von Marokko unterwegs waren. Die beiden zelteten, als mehrere Männer die jungen Frauen überfielen und ihnen die Kehle durchschnitten. Die Gruppe bekannte sich zur Terrormiliz Islamischen Staat.

Video vom Mord breitete sich schnell in sozialen Netzwerken aus

Kurze Zeit später zirkulierte ein von den Tätern gefilmtes Video im Netz, das den Mord an der Dänin zeigt. Nur in Unterhose und T-Shirt bekleidet liegt sie am Boden, wird von den Männern festgehalten, ehe sie die junge Frau mit einem Messer töten. Sowohl die Polizei als auch die Familie der Toten baten, das Video nicht anzuschauen oder zu teilen, um die Würde des Opfers zu wahren.

Doch auf Blogs, Twitter und Facebook verbreitete sich der Film – und die dänischen Behörden gingen dagegen vor. Die 29-Jährige wurde nun zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil sie das Video über einen Messenger-Dienst geteilt hatte.

29-Jährige gesteht, Video verbreitet zu haben

Die Frau zeigte sich vor dem Gericht in Næstved geständig und nahm das Urteil an. Sie wird nun 80 Stunden Sozialdienst absolvieren und muss eine Geldstrafe zahlen, um der Haft zu entgehen. Wahrscheinlich ist es nur ein erstes Urteil, da zahlreiche Dänen das Video teilten. Gegen 14 Bürger läuft das Verfahren noch, sagte die Polizei gegenüber der dänischen Zeitung „BT“.

Das Gerichtsverfahren gegen zusammen 24 Männer in Marokko soll am 16. Mai beginnen. Der Opferanwalt von Vesterager Jespersens Familie wird die Todesstrafe für drei oder vier Hauptangeklagte fordern, kündigte er in der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ an. In Marokko wurden seit 1993 keine Todesstrafen mehr vollzogen, obwohl mehr als 100 Menschen dazu verurteilt wurden.

Opferanwalt fordert Todesstrafe für die Mörder

Die Eltern der Toten hätten sich eine gerechte Strafe gewünscht, allerdings nicht geäußert, wie diese für sie aussähe. „Das ist aber abhängig vom marokkanischen Recht, da die Morde hier geschehen sind“, sagte der Anwalt. Vier Männern wird der Doppelmord an den Backpackerinnen vorgeworfen, 21 weitere sollen bei den Straftaten involviert gewesen sein. Ein Schweizer wurde bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt – weil er Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist und das Verbrechen nicht gemeldet hatte.

Von RND/msk

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