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Panorama Mutmaßlicher Vergewaltiger gab sich als Arzt aus
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Vergewaltiger gab sich als Arzt aus
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12:20 19.03.2013
Marc R. steht nicht nur im Verdacht zwei Mädchen betäubt und und missbraucht zu haben. Nun meldete sich eine Bekannte des Krankenpflegers zu Wort. Quelle: dpa
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Hildesheim

Insgesamt dreimal ließ Marc R. die Cellerin zwischen Sommer 2010 und Frühjahr 2011 zur Ader. „Dann aber wurde sie misstrauisch“, sagt Oberstaatsanwalt Witold Franke von der Staatsanwaltschaft Celle. „Einige Wochen später“ sei die Blutspenderin zur Polizei gegangen. Die fand heraus, dass Marc R. mit einem falschen Titel prahlte.

Dass die Anzeige aber einen noch viel dramatischeren Fall ins Rollen bringen sollte, ahnten die Polizisten in Celle damals noch nicht. Weil die Zeugin den Beamten erzählt hatte, dass Marc R. dabei Fotos gemacht habe, wurde im März 2012 die Wohnung des Krankenpflegers durchsucht. Tatsächlich fanden die Ermittler Berge von Speichermedien, die nach und nach ausgewertet wurden.

Auf einer der DVDs waren selbst gedrehte Sexfilme gespeichert. Weil sie nichts mit dem Celler Fall zu tun hatten, gaben die Behörden die DVDs im Herbst 2012 zuständigkeitshalber an ihre Kollegen nach Hannover ab, wo der Krankenpfleger gemeldet ist.

Die Aufnahmen hätten zwar Sexszenen eines Mannes mit Frauen gezeigt, „aber es gab keine Anzeichen, dass das gegen ihren Willen passierte. Das war alles einvernehmlich“, versichert Staatsanwältin Kathrin Söfker von der Staatsanwaltschaft Hannover. Und: „Es gab keine Hinweise auf Kinder.“ Weil die vorliegende DVD allenfalls gegen den guten Geschmack, nicht aber gegen Recht und Gesetz verstoßen hat, stellte die Staatsanwaltschaft Hannover im November 2012 das Verfahren wieder ein.

Derweil ging die Auswertung der Datenspeicher weiter. Zur dramatischen Wende kam es vor einer Woche. Da stieß die Celler Polizei auf die Filme, die die Vorfälle in dem Krankenzimmer zeigen. Weil sie wussten, wo der 35-Jährige arbeitet, informierten sie ihre Hildesheimer Kollegen, die umgehend die Staatsanwaltschaft einschalteten. Sie habe sofort die Festnahme des Mannes angeordnet, sagt die Hildesheimer Staatsanwältin Christina Pannek. Zudem habe Hildesheim alle vorangehenden Verfahren an sich gezogen.

 R. ist nicht vorbestraft, eine frühere Geldstrafe ist seit Längerem gelöscht. 2004 hatte Marc Rs. damaliger Arbeitgeber, das hannoversche Kinderkrankenhaus Auf der Bult, ihm eine Abmahnung erteilt, weil er ungefragt Kollegenfotos ins Internet gestellt hatte. Es habe sich nicht um Sexfotos gehandelt, sagt Sprecher Björn-Oliver Bönsch, sondern um ganz alltägliche Fotos, die aber Persönlichkeitsrechte verletzten.

Von Marita Zimmerhof

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