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Panorama Neue Zeugin zu Tod von „Gorch Fock“ Kadettin – Wird der Fall neu aufgerollt?
Nachrichten Panorama Neue Zeugin zu Tod von „Gorch Fock“ Kadettin – Wird der Fall neu aufgerollt?
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18:02 26.04.2019
Die Kadettin Jenny Böken ist 2008 von der „Gorch Fock“ von Bord gegangen und gestorben. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Kiel/Geilenkirchen

Wird der Fall der ums Leben gekommenen „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken erneut aufgerollt? Elf Jahre nach ihrem Tod unter noch ungeklärten Umständen hat die Staatsanwaltschaft Kiel eine neue Zeugin vernommen. „Jetzt überprüfen wir die Aussage und werden dann entscheiden, ob das Todesermittlungsverfahren wieder eröffnet wird“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Freitag. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Ermittlungen zum Tod der 18 Jahre alten Kadettin aus Geilenkirchen bei Aachen waren 2009 eingestellt worden. Zum Inhalt der Zeugenaussage machte Bieler keine Angaben. Die Zeugin sei früher ein Kamerad von Jenny Böken bei der Bundeswehr gewesen, der sein Geschlecht inzwischen geändert habe.

„Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken ging 2008 über Bord

Böken war während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine in der Nacht zum 4. September 2008 bei einer Wache über Bord gegangen. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler halten ein Unglück für am wahrscheinlichsten. Die Eltern sehen Hinweise sogar für einen Mord - gestützt auf eine eidesstattliche Aussage des früheren Bundeswehrangehörigen, der jetzt als Zeugin vernommen wurde.

Dem Anwalt der Bökens, Rainer Dietz aus Aachen, zufolge soll der frühere Kadett im vergangenen Jahr erklärt haben, dass kurz nach dem Auffinden der Leiche ihn mehrere Männer - darunter Marineangehörige - in einer Kaserne besucht hätten. Sie sollen angedeutet haben, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

Wurde die junge Kadettin erdrosselt?

Der Vater der Kadettin hatte im September 2018 knapp 140 000 Unterschriften für eine Wiederaufnahme der eingestellten Ermittlungen gesammelt.

Von RND/dpa