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Panorama Es kam auf 15 Minuten an: Notre-Dame wäre fast komplett zerstört worden
Nachrichten Panorama Es kam auf 15 Minuten an: Notre-Dame wäre fast komplett zerstört worden
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12:24 17.04.2019
Das Pariser Wahrzeichen Notre-Dame soll nach dem Brand wiederaufgebaut werden. Quelle: imago images / Le Pictorium
Paris

Nach dem folgenschweren Feuer in Paris, will die französische Regierung die historische Notre-Dame schnellstmöglich wieder vollständig errichten lassen. Bei der Regierungssitzung am Mittwoch mit Präsident Emmanuel Macron soll es vor allem um die Folgen der Brandkatastrophe gehen. Wie der Innenstaatssekretär Laurent Nuñez am Mittwoch bekannt gab, sei das berühmte Pariser Wahrzeichen nur knapp einer völligen Zerstörung entgangen. „Wir wissen jetzt, dass alles auf 15 bis 30 Minuten ankam“, sagte er. Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr, hätte die Katastrophe verhindert werden können.

Der Präsident hatte in einer TV-Ansprache am Dienstagabend versprochen, das weltberühmte Bauwerk innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufzubauen - noch schöner als zuvor. „Wir sind das Volk von Baumeistern“, sagte Macron. Einige Experten äußerten jedoch bereits Zweifel an einem schnellen Wiederaufbau.

Notre-Dame als „Dauerbaustelle“

So zum Beispiel der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg: Der Dachstuhl der Kathedrale gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. „Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat“, sagte Albrecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird. Der Wissenschaftler erwartet Notre-Dame als „Dauerbaustelle“.

Mangel an handwerklichen Fähigkeiten

Ein großes Problem dürfte nach Expertenmeinung auch der Fachkräftemangel sein. „Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen Fähigkeiten dünn gesät sind, um die vielen Kräfte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin „trend“.

Von den 20 Fachkräften, die permanent mit der Restauration des Stephansdoms in Wien betraut seien, könnten zwei Leute abgestellt werden. Auch Köln und Freiburg wollten Hilfe schicken, sagte Zehetner. „Aber ich gehe davon aus, dass es gut drei Jahre dauern wird, bis die großen Schäden beseitigt sind.“ Anders als Albrecht, äußerte er jedoch keine Bedenken bezüglich der Baupläne: „Da muss man sagen, dass man im Unglück noch Glück hat. Die Pläne zu Notre-Dame sind erhalten. Und vor allem digitalisiert.“

Große Schäden durch Löschwasser

Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris geht davon aus, dass der Großteil der Schäden wohl durch Löschwasser verursacht worden ist. Auf die Frage, ob der Brand den schlimmsten Schaden in der Geschichte der weltbekannten Kathedrale verursachte, antwortete Castor: „Absolut.“ Während der Französischen Revolution von 1789 sei das Bauwerk zwar ausgeräumt worden. Doch es habe keine Schäden gegeben, „die in die Grundstruktur des Gebäudes eingreifen“, so der Experte. „Die erste Priorität wird sein, die Statik des Gebäudes zu analysieren, zu sichern, und da auch wieder ein Dach drauf zu bekommen.“

Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus

Bei einem heftigen Feuer am Montagabend war die Kathedrale im Herzen von Paris schwer beschädigt worden. Eine internationale Geberkonferenz soll Geld für den Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag machte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo. Auch private Großspender stehen schon bereit und haben Hunderte Millionen Euro versprochen.

Das Feuer war auf dem Dachboden von Notre-Dame ausgebrochen und nach einem Alarm um 18.43 Uhr am Montag entdeckt worden. Nach einem ersten Alarm um 18.20 Uhr war zunächst kein Brandherd gefunden worden. Erst am Dienstagvormittag verkündete Feuerwehrsprecher Gabriel Plus: „Das ganze Feuer ist aus.“ Nach Angaben des französischen Innenstaatssekretärs Laurent Nuñez entdeckten Fachleute „einige Schwachstellen“. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, wie Nuñez sagte. „Im Ganzen hält die Struktur gut“, fügte er hinzu. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

Als Zeichen der Solidarität sollen am Mittwoch die Glocken vieler französischer Kirchen um Punkt 18.50 Uhr läutern. „Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris ist ein Schock weit über die Katholiken unseres Landes hinaus“, erklärte die französische Bischofskonferenz.

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