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Panorama Opfer in Lügde mussten offenbar andere Kinder sexuell missbrauchen
Nachrichten Panorama Opfer in Lügde mussten offenbar andere Kinder sexuell missbrauchen
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09:14 13.05.2019
Auf dem Campingplatz in Lügde parkt vor der inzwischen abgerissenen Parzelle des mutmaßlichen Haupttäters ein Polizeiauto. Quelle: Guido Kirchner/dpa
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Bielefeld

Im Missbrauchsfall von Lügde sollen einige der jungen Opfer vom Hauptverdächtigen zum sexuellen Missbrauch anderer Kinder gezwungen worden sein. Das berichtet das Westfalen-Blatt mit Verweis auf den Abschlussbericht der Ermittler.

Demnach habe die Ermittlungskommission ihre Akten samt Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft Detmold übergeben. Darin werde dem Hauptbeschuldigten Andreas V. aus Lügde laut der Zeitung der Missbrauch von 28 Opfern zur Last gelegt. Sein Komplize Mario S. aus Steinheim soll 18 Opfer missbraucht haben. Die Taten der beiden Männer reichten den Ermittlungen zufolge bis zur Vergewaltigung kleiner Kinder.

Mehr zum Thema: Fall Lügde: Hauptverdächtiger bricht Schweigen

Missbrauchsfall Lügde: Schon in dieser Woche Anklageerhebung?

Aus der Akte ergebe sich außerdem, dass missbrauchte Kinder auf dem Campingplatz gezwungen worden sein sollen, an anderen Kindern schwerste Sexualstraftaten vorzunehmen. Sie sollen dabei von Andreas V. dirigiert worden sein, der die Taten aufgenommen haben soll.

Erste Missbrauchstaten an einem Mädchen soll der Hauptbeschuldigte bereits in den 90er Jahren begangen haben, sie können aber wegen Verjährung nicht mehr verfolgt werden. Auf Grundlage der Ermittlungsakte wird die Staatsanwaltschaft Detmold voraussichtlich in dieser Woche erste Anklagen erheben, berichtet das Westfalen-Blatt. Parallel ermittelt die EK „Eichwald“ weiter.

Fall Lügde: Andreas V. sitzt in Untersuchungshaft

Dem 56-jährigen Dauercamper Andreas V. und einem Komplizen (33) wird vorgeworfen, mehr als 40 Kinder über Jahre hinweg missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die beiden Männer und ein inzwischen 49-Jähriger aus Stade (Niedersachsen) sitzen in Untersuchungshaft. Zudem wird gegen weitere fünf Beschuldigte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, des Besitzes von kinderpornografischem Material oder Strafvereitelung ermittelt.

Am Freitag war bekannt geworden, dass der Hauptverdächtige erstmals Angaben gegenüber den Ermittlern gemacht hat. Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten habe „eine Einlassung eingereicht“, die allerdings „nicht die eigene Tatbeteiligung betrifft“, teilten die Polizei Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold auf Anfrage am Freitag mit.

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Von RND

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