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Panorama Pilot: Blitz schlug in Unglücksmaschine ein – 41 Menschen verbrannt
Nachrichten Panorama Pilot: Blitz schlug in Unglücksmaschine ein – 41 Menschen verbrannt
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14:25 06.05.2019
Dieses Videostandbild zeigt ein russisches Passagierflugzeug, das kurz nach dem Start Feuer gefangen hat und zum Flughafen Scheremetjewo zurückkehren musste. Quelle: Uncredited/Russian Investigative Committee/dpa
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Moskau

Die in Moskau notgelandete Unglücksmaschine hat vermutlich wegen eines Blitzeinschlags ihren Funkkontakt zum Boden verloren. Das meldeten russische Medien am Montag nach der Notlandung mit 41 Toten unter Verweis auf den Piloten Denis Ewdokimow.

Bei der Notlandung am Sonntag war das Flugzeug der Airline Aeroflot teilweise in Flammen aufgegangen. Die Flugbegleiterin Tatjana Kassatnika sagte über den Flug von Moskau nach Murmansk, sie seien gestartet und in eine Wolke gekommen. Dort habe es gehagelt „und in dem Moment gab es einen Knall und eine Art Blitz, wie Elektrizität“.

Mehr zum Thema: Nach Aeroflot-Feuer: Wie sicher sind russische Flugzeuge?

Ermittler gehen verschiedenen Ursachen für Unglück nach

Die Ermittler gingen am Montag verschiedenen möglichen Ursachen für das Unglück mit mehr als 40 Toten nach. Untersucht werde auch, ob die Piloten und das technische Personal ausreichend qualifiziert gewesen seien, teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Montag in Moskau mit. Untersucht würden zudem mögliche technische Ursachen an dem Suchoi Superjet-100 sowie Wettereinflüsse. Passagiere hatten von einem Blitzeinschlag berichtet. Danach seien Teile der Technik an Bord ausgefallen, hieß es. Die Maschine geriet nach einer Bruchlandung in Brand.

Der Jet der Fluggesellschaft Aeroflot war am Sonntagabend kurz nach dem Start wegen technischer Probleme auf den Flughafen Scheremetjewo zurückgekehrt. Beim Landeanflug prallte die Maschine mehrfach auf den Boden und ging in Flammen auf. Nach Angaben der russischen Behörden konnten sich 37 Menschen retten, darunter die Piloten. Die Menschen entkamen über Notrutschen und rannten über das Flughafengelände. 41 Menschen starben, darunter mindestens zwei Kinder.

Beim Aufprall aufs Rollfeld platze der Tank

Am Montag sollen die beiden Flugschreiber der verunglückten Maschine ausgewertet werden. Beide seien im Wrack entdeckt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge. Das russische Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee (MAK) kümmere sich um die Auswertung, die jedoch mehrere Tage dauern könne.

Bislang geht die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot davon aus, dass ein Technikfehler den Piloten der Maschine vom Typ Suchoi Superjet-100 auf dem Weg nach Murmansk im Norden Russlands zum Umkehren zwang. Am Moskauer Flughafen ging die Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf.

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Als die Maschine mehrmals auf dem Rollfeld des Flughafens aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen und zog eine dicke Rauchwolke hinter sich her.

Das ist der Suchoi Superjet-100

Die Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Aeroflot hat zurzeit 50 Jets dieses Typs im Einsatz, erst im vergangenen Herbst kündigte sie den Kauf von weiteren 100 Maschinen an. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hieß es.

Das Flugzeug brennt auf dem Rollfeld. Quelle: Riccardo Dalla Francesca/Riccard

An Bord des Fluges SU1492 waren 78 Menschen. Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden zwei Kinder und ein Flugbegleiter. Viele der Verletzten erlitten laut Rettungskräften Rauchgasvergiftungen.

Panik an Bord der Maschine

An Bord der Maschine brach Panik aus, wie auf einem im Internet veröffentlichten Video zu hören und zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten auch, wie die rechte Tragfläche der Maschine brannte.

Das Feuer wurde nach Angaben des Flughafens und des Zivilschutzes schnell gelöscht. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug in weniger als einer Minute über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit. „Die Crew hat alles ihr Mögliche getan, um die Leben der Passagiere zu retten und den Betroffenen Nothilfe zu geben.“

Putin und Medwedew kondolieren den Angehörigen

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu. In dem Gebiet Murmansk nahe der finnischen Grenze solle den Opfern gedacht werden, sagte der Gouverneur der Region.

Nach dem Unglück wurden zunächst einige Maschinen auf andere Moskauer Flughäfen umgeleitet. Der Betrieb auf Russlands größtem Flughafen Scheremetjewo wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Mehr als 100 Flüge waren verspätet.

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Von RND/dpa

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