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Panorama Rebeccas Schwager: Seine Anwältin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler
Nachrichten Panorama Rebeccas Schwager: Seine Anwältin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler
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17:49 24.03.2019
Ein Porträt der vermissten 15-jährigen Rebecca aus dem Neuköllner Ortsteil Britz. Quelle: Polizei Berlin/dpa
Berlin

Im Fall der vermissten Rebecca hat die Anwältin des tatverdächtigen Schwagers Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden erhoben. Die Veröffentlichung vieler Details der Ermittlungen sowie eines Fotos des Verdächtigen habe zu einer Vorverurteilung ihres Mandanten geführt, sagte die Rechtsanwältin Petra Klein dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) am Freitag. „Der Umgang mit meinem Mandanten hat dazu geführt, [...] dass dort vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde.“

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den Schwager von Rebecca. Der Haftbefehl gegen ihn ist am Freitag aufgehoben worden. Rebecca ist seit mehr als einem Monat verschwunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass ihr Schwager sie getötet und in seinem Auto an einen Ort in Brandenburg gebracht hat.

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Anwältin: Mein Mandant gilt als unschuldig, solange er nicht von einem Gericht verurteilt wurde

Klein kritisierte, dass die Ermittlungen einseitig verlaufen würden. Die Behörden hätten sehr früh die Arbeitshypothese gefasst, dass Rebecca tot und ihr Schwager der Täter sei. „Man könnte derzeit die Vermutung haben, dass die Polizei nicht mehr die Aufklärung des Falles in erster Linie verfolgt, sondern eigentlich nur noch mit der Suche nach einer Leiche beschäftigt ist, die es möglicherweise gar nicht gibt“, so die Anwältin. So lange er nicht von einem Gericht verurteilt worden sei, gelte ihr Mandant als unschuldig, betonte Klein.

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Polizei geht 1900 Hinweisen nach

Rebecca war am 18. Februar verschwunden. Die Mordkommission geht davon aus, dass sie getötet wurde. Der Schwager galt schnell als der Hauptverdächtige. Sein Auto war am Tag des Verschwindens von Rebecca und am Abend darauf auf der Autobahn zwischen Berlin und Polen registriert worden.

Die Polizei hatte wochenlang aufwendig Wälder, Straßen und einen See inm Brandenburg mit zahlreichen Einsatzkräften, Booten und Spürhunden abgesucht. Bis jetzt gingen rund 1900 Hinweise bei der Kriminalpolizei ein.

Von RND