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Panorama Schielendes Opossum Heidi ist tot
Nachrichten Panorama Schielendes Opossum Heidi ist tot
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20:40 28.09.2011
Star mit Silberblick: Beutelratte Heidi aus dem Leipziger Zoo. Quelle: dpa
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Leipzig

Ihr unvergleichlicher Silberblick hat sie weltberühmt gemacht – Heidi, die schielende Beutelratte aus dem Leipziger Zoo. Am Mittwochvormittag musste der Zoo eine traurige Erklärung abgeben: „Das schielende Opossum Heidi hat die Augen für immer geschlossen.“ Überraschend kam das Ende nicht. Heidi war mit dreieinhalb Jahren im fortgeschrittenen Opossum-Alter. Zuletzt hatte sich die Arthrose-Kranke in ihrem düsteren Vulkanstollen kaum noch bewegt. Um dem Tier Leiden und Schmerzen zu ersparen, wurde das Opossum eingeschläfert, erklärte Zoo-Direktor Jörg Junhold.

Den Schwarzen Peter, die Einschläferung machen zu müssen, zog Professor Klaus Eulenberger. Der Veterinär, der seit knapp drei Jahren im Ruhestand und dank zahlreicher TV-Sendungen fast so berühmt ist wie Heidi, macht gerade Urlaubs- und Krankheitsvertretung im Zoo. Er verabschiedete sich mit einem Streicheln über das Fell von Heidi Superstar und setzte gegen 7.30 Uhr die tödliche Injektion. „Ich habe immer gesagt, dass ich zur Verfügung stehe, wenn ich gebraucht werde. Als Tierärzte sind wir auch dafür da“, sagte der 67-Jährige, der trotz seiner Routine ergriffen wirkte.

Der Leipziger Zoo verliert mit Heidi einen Besuchermagneten – und die Medien- und Internetwelt einen tierischen Star. Heidi hatte mit ein paar sparsam veröffentlichten Fotos und Fernsehfilmchen einen Hype ausgelöst, lange bevor sie im Zoo überhaupt für Besucher zu sehen war. Das Opossum mischte im Februar bei der Oscar-Verleihung mit – ein US-Fernsehsender ließ sie als Orakel die Preisträger voraussagen.

Bei Facebook scharte sie eine Fangemeinde um sich, wie kein Opossum vor ihr. Am Mittwoch hatte sie in dem sozialen Netzwerk 333.000 Fans. Die Nachricht von Heidis Tod verbreitete sich im Internet rasend schnell. „Ruhe in Frieden“, wünschten ihre Facebook-Freunde und sahen die „arme kleine Heidi im Opossum-Himmel“. Auch Twitter reagierte, wenn auch deutlich sarkastischer: „Trotz des Ablebens von Opossum Heidi scheinen die Börsen relativ stabil zu sein“, kommentierte ein Nutzer die Kunde aus dem Leipziger Gondwanaland.

Zoo-Chef Junhold hat den Wirbel um Heidi immer mit gemischten Gefühlen betrachtet. Die Kritik um Zoo-Lieblinge wie zum Beispiel Eisbär Knut in Berlin kann auch an ihm nicht vorbeigegangen sein. Und der Werbeeffekt eines tierischen Stars war dem erfahrenen Direktor natürlich klar, aber er betonte auch am Mittwoch wieder: „Wir haben bei allen Anfragen und Entscheidungen stets das Wohl des Tieres in den Mittelpunkt gestellt.“ Heidi-Kuchen, Heidi-Plüschtiere und ein Heidi-Handy-Spielchen gab es trotzdem, alles mit offizieller Lizenz des Zoos. Die Einnahmen gingen laut Junhold in Artenschutzprojekte.

Heidi war erst im vergangenen Jahr aus einem dänischen Zoo nach Deutschland gekommen – zur Sorge der Leipziger mit deutlich zu viel Pfunden auf den Rippen. Das Virginia-Opossum wurde auf Diät gesetzt. Das Übergewicht soll auch Ursache des Schielens gewesen sein, die Fettpolster drückten von hinten auf Heidis Augen. „Wir nehmen Abschied von Heidi“, sagte Zoo-Chef Junhold am Mittwoch. „Sie hat als Botschafter für unser Gondwanaland, für den Artenschutz, für den Zoo Leipzig bleibende Verdienste erworben.“ Ob nach Heidis Tod weniger Besucher nach Leipzig kommen, wird sich nun herausstellen.

Birgit Zimmermann und Kerstin Decker

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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