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Panorama Schlag gegen Hacker: Internetbande ergaunert Millionen
Nachrichten Panorama Schlag gegen Hacker: Internetbande ergaunert Millionen
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15:45 26.11.2009
Von Dirk Schmaler
Ermittlern gelingt ein beispielloser Schlag gegen Hacker. Quelle: ddp (Symbolbild)
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Man braucht nicht viel für einen Millionenbetrug im 21. Jahrhundert: Ein paar Computer, eine Internetleitung und einige Dutzend Jugendliche, für die der Umgang mit der Tastatur in etwa so selbstverständlich ist, wie für andere das Autofahren. Die Ermittlungsbehörden sind solchen Internetbetrügern auf die Schliche gekommen und haben am Dienstagabend in einer beispiellosen Großrazzia 46 Wohnungen im gesamten Bundesgebiet und vier in Österreich durchsucht, um das Netzwerk von offenbar hochkriminellen Computerhackern zu zerschlagen. Auch in Niedersachsen wurden acht Wohnungen durchsucht, zwei davon in Hannover.

Drei der 50 Verdächtigen wurden vorläufig festgenommen, ein Mann aus Österreich sitzt in Untersuchungshaft. Die jungen, hochprofessionellen Hacker – alle im erstaunlichen Alter von 15 bis 26 Jahren – sollen sich über ein Internetforum kennengelernt und ihre Zeit auch damit verbracht haben, fremde Computer heimlich zu entern und sie in sogenannte „Botnetze“ zusammenzuschalten. Dafür installierten sie nach Angaben des Bonner Oberstaatsanwalts Fred Apostel heimlich Spähprogramme auf Hunderttausend privaten Computern. Durch das Programm, sogenannte „Trojaner“ konnten die Rechner ferngesteuert werden. Dabei fielen den Computerhackern wichtige Daten der gekaperten Nutzer in die Hände: beispielsweise Konto- und Kreditkartennummern, Geheimzahlen. Die Verdächtigen sollen die erbeuteten Daten auf ihrer geheimen Plattform im Internet gehandelt und sie im großen Stil dazu genutzt haben, über Mittelsmänner in Internetversandhäusern einzukaufen. Insgesamt ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden „in siebenstelliger Höhe“ entstanden.

Es ist das erste Mal, dass die BKA-Ermittler derart tief in diese Szene eindringen konnte. Ein Jahr hat es gedauert, bis die sogenannten Cyberpolizisten vom Bundeskriminalamt (BKA) einen Weg gefunden haben, die Verdächtigen ausfindig zu machen. „Diese Leute sind absolute Profis im Umgang mit Computern, gerade weil sie noch so jung sind und mit Computern aufgewachsen sind“, sagt Apostel. Letztlich schlugen sie die Verdächtigen mit ihren Computerspezialisten zurück: Die BKA-Leute verschafften sich ihrerseits Zugang zu den Computern der Verdächtigen - und bekamen so aufschlussreiche Informationen über die Bande.

Der Betrug im Internet, von Ermittlerin neuerdings „Underground Economy“ („Untergrundwirtschaft“) genannt, macht den Sicherheitsbehörden zunehmend Sorgen: Die Szene ist kaum überschaubar. Die Täter sind jung, unauffällig, durch Anonymität oft geschützt, und die Hemmschwelle ist anders als bei Verbrechen im realen Leben sehr gering. Und sie ist weit verbreitet: BKA-Präsident Jörg Zierke warnte gestern bereits vorm „Ladendiebstahl des 21. Jahrhunderts“.

Nur ist der Ladendiebstahl meist weniger lukrativ. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht jährlich von Milliardenschäden aus, die durch Betrug im Internet entstehen. Treffen kann der Betrug fast jeden: 20 Millionen Deutsche sind einer Umfrage zufolge schon einmal einem Hackerangriff mit Schadsoftware ausgesetzt gewesen sein.

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