Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Schweinegrippe-Lektionen aus Australien
Nachrichten Panorama Schweinegrippe-Lektionen aus Australien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:55 22.11.2009
Von Nicola Zellmer
Quelle: ddp (Symbolbild)
Anzeige

Bei der Einschätzung möglicher Gefahren hilft den Gesundheitsexperten auch ein Blick in die weite Ferne, nach Australien, wo die H1N1-Epidemie mit dem Ende des Winters auf der Südhalbkugel schon wieder vorüber ist. Australien, wenn auch mit 22 Millionen Einwohnern deutlich dünner besiedelt als die Bundesrepublik, gilt im Hinblick auf Lebensstandard und Gesundheitsversorgung als durchaus vergleichbar mit Deutschland.

Inzwischen liegen erste wissenschaftliche Arbeiten zur Schweinegrippewelle auf der Südhalbkugel vor, die bereits im Sommer begann. Die Bilanz zeigt, dass sich die schlimmsten Befürchtungen der Epidemiologen nicht erfüllt haben:

  • Das H1N1-Virus ist weder mutiert noch hat es sich mit den in jedem Winter kursierenden saisonalen Grippeviren zu einem „Supervirus“ verbunden. Stattdessen scheint die Schweinegrippe andere Viren einfach verdrängt zu haben.
  • 169 Infizierte starben.
  • Bei den Komplikationen fiel die Lungenentzündung als besonders gefährlich auf.
  • Die Toten waren im Durchschnitt jünger als in normalen Grippewintern.
  • Die große Masse der vom Virus Betroffenen überwand indessen die Krankheit ohne Probleme – obwohl die Australier erst seit Oktober einen Impfstoff gegen die seit Juli grassierende Influenza einsetzen konnten.

„Insgesamt hat man den Eindruck, dass das Geschehen auf der südlichen Halbkugel keinesfalls das Maß einer normalen saisonalen Influenza überschritten hat“, sagt Matthias Pulz, Leiter des Landesgesundheitsamts Niedersachsen (NLGA).

Trotzdem forderte die Schweinegrippe dem australischen Gesundheitssystem einiges ab. Eine jetzt im „New England Journal of Medicine“ publizierte Studie zeigt als wichtigstes Ergebnis, dass in Australien die Zahl der Intensiveinweisungen 15-mal höher lag als in normalen Grippewintern. Dies wird wohl auch auf die Europäer zukommen. Das europäische Zentrum für Seuchenbekämpfung und -kontrolle empfiehlt den EU-Mitgliedsstaaten daher in seiner Gesundheitsinformation, ihre Pandemiepläne entsprechend anzupassen.

Organisatorisch indessen lässt sich aus den australischen Erfahrungen nur wenig Honig saugen. Mitunter gab es sogar innenpolitische Rangeleien: So verhängten einige australische Bundesstaaten vorübergehend eine Quarantäne über Kinder, die aus dem Bundesstaat Victoria einreisten – was der Chef der dortigen Regionalregierung „nicht nur extrem, sondern dämlich“ fand: H1N1 sei nun mal ein nationales Phänomen, das bundesweit angegangen werden müsse. Das scheint den Australiern inzwischen gelungen zu sein.

Der US-Astronaut Randy Bresnik ist im Weltall Vater geworden. Der 42-Jährige erhielt an Bord der Internationalen Raumstation ISS am Sonntag die Nachricht, dass seine Frau ein Mädchen zur Welt gebracht habe.

22.11.2009

Nach der Vergewaltigung einer Zwölfjährigen im bayerischen Ansbach ist gegen den mutmaßlichen Täter am späten Sonnabend Haftbefehl erlassen worden.

22.11.2009

Ein vermeintlicher Wachkoma-Patient aus Belgien hat mehr als zwei Jahrzehnte lang unbemerkt bei fast vollem Bewusstsein verbracht - er war all die Jahre nur gelähmt.

22.11.2009