Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Schwerer sexueller Missbrauch: Darum fahndet die Polizei erst jetzt öffentlich nach Eric J. aus Göttingen
Nachrichten Panorama Schwerer sexueller Missbrauch: Darum fahndet die Polizei erst jetzt öffentlich nach Eric J. aus Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 12.08.2019
Untergetaucht: Eric J. aus Göttingen befindet sich auf der Flucht. Jetzt fahndet die Polizei öffentlich nach ihm.
Göttingen

Eric J. aus Göttingen soll sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 insgesamt acht Mal an zwei Kindern sexuell vergangen haben. Das werfen Staatsanwaltschaft und Polizei dem 58-Jährigen vor. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist er auf der Flucht. Vor allem im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz sucht die Polizei nach ihm. Da gegen J. ein internationaler Haftbefehl vorliegt, die Fahndung bisher erfolglos blieb, gibt es nun einen aktuellen Aufruf mit einem Foto des Verdächtigen – die Polizei setzt also auf öffentliche Fahndung.

Öffentliche Fahndung birgt Gefahren

Doch warum erst jetzt? Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mitteilte, sei ein solcher Schritt nur zulässig, wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg gebracht hätten. Ein öffentlicher Aufruf berge die Gefahr, dass der vermeintliche Täter von der Fahndung erfahre.

Im Fall von Eric J. befürchtete die Staatsanwaltschaft, dass die Veröffentlichung seines Fotos und die Nennung des Tatvorwurfs wiederum Rückschlüsse auf die Opfer zulasse – aus Gründen des Opferschutzes nutze man das Mittel der Öffentlichkeitsfahndung daher erst, wenn andere Schritte nicht zum Erfolg geführt hätten. Zudem habe es bei J. keine konkreten Hinweise darauf gegeben, dass er sich wieder an Kindern vergreife.

Zuletzt wurde J. im Grenzgebiet zur Schweiz gesehen

Im Fahndungsaufruf, der auf der Website des Landeskriminalamtes Niedersachsen zu finden ist, wird Eric J. als kommunikativ und mit guten Englischkenntnissen versehen beschrieben. Er sei naturverbunden, handwerklich begabt und zuletzt im November 2018 mit einem roten Fahrrad im Grenzgebiet zur Schweiz gesehen worden. Mögliche Aufenthaltsorte sind dem Fahndungsaufruf zufolge Süddeutschland oder das angrenzende Ausland: Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich und Kroatien.

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen ging die Strafanzeige gegen J. im Mai 2018 ein. In einer Vernehmung habe er die Vorwürfe auch teilweise eingeräumt. Als bekannt wurde, dass J. nicht mehr erreichbar ist, habe die Staatsanwaltschaft im Juli letzten Jahres Haftbefehl erlassen.

Sein Aussehen könnte er erheblich geändert haben

Die Polizei beschreibt Eric J. so: 1,73 Meter groß, sportliche, schlanke Figur und Brillenträger. Sein Aussehen könne er allerdings erheblich geändert haben. Die Polizei mutmaßt, dass J. nur über geringe Barmittel verfügen dürfte und seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs bestreite.

Hinweise zum aktuellen Aufenthaltsort nimmt die Polizei unter der Telefonnummer +49 151-18214551 entgegen. Bislang sind nach Informationen des “Göttinger Tageblatts” etwa 15 Hinweise eingegangen, die am Anfang der Woche ausgewertet werden sollen.

RND/fh

Ungewöhnliche Hilfe für die Polizei: Bei der Verfolgung eines Mannes, der seine Haftstrafe antreten sollt und vor den Polizisten abhaute, kamen den Beamten Wespen zu Hilfe. Die Tiere hielten ihn zurück, bis er festgenommen werden konnte.

12.08.2019

Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe klagen auf Schmerzensgeld, die Lufthansa weist die Forderungen zurück – denn die 150 Passagiere hätten vor ihrem Tod keine Todesangst gehabt. Die Hinterbliebenen sind entsetzt und vermuten Kalkül.

13.08.2019

Drei Monate ist die sonderbare Armbrust-Tat von Passau her – die Polizei hat nun ihren Abschlussbericht vorgelegt. Dieser zeigt, dass die fünf Opfer Teil einer bizarren Gruppe waren. Die in Wittingen gefundenen Frauen haben sich wohl vergiftet.

13.08.2019