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Panorama Das große Umdenken fehlt noch
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09:58 19.04.2014
Die Zahl der Radfahrer in Niedersachsen steigt weiter. Quelle: dpa
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Bad Bentheim

Etwas weniger verletzte Fahrradfahrer, aber drei Tote mehr als im Vorjahr: Die Unfallstatistik 2013 zeigt nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) keine Besserung für den Radverkehr in Niedersachsen. "Das ist Stagnation und zeigt: Da muss noch viel passieren. Es fehlt immer noch das große Umdenken bei der Verkehrsplanung - weg vom Autoverkehr, hin zum Radverkehr", sagte ADFC-Vorsitzender Dieter Schulz. Überwiegend seien Autofahrer und besonders abbiegende Lastwagen die Hauptverursacher bei schweren Unfällen mit Radfahrern.

Derzeit hat die Landesregierung zwar kein Präventionskonzept, um die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern zu verringern. Alle Polizeidirektionen böten jedoch Schulungskonzepte für unterschiedliche Altersklassen an, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur suchen zudem viele Kommunen wie Oldenburg, Göttingen, Braunschweig und Hannover nach eigenen Wegen, die Sicherheit zu verbessern.

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Schulungen müssten sich jedoch besonders an Autofahrer richten, rät der Oldenburger Verkehrsplaner Norbert Korallus. "Mehr als die Hälfte der Unfallverursacher mit beteiligten Radfahrern kommt aus dem Autoverkehr. Bei Abbiege-Unfällen sind es sogar 90 Prozent." Als einen Schritt zur Verbesserung planen Hannover und erstmals auch Oldenburg im Juni spezielle "Verkehrssicherheitstage", die sich auch an Fachleute von Polizei, Stadtplaner und Vereine richten. Zentrale Botschaft, die es auf den Punkt bringt: "Mehr Rücksicht im Straßenverkehr" und "Gib mir Acht!".

Ob Oldenburg, Hannover, Göttingen oder Braunschweig: Die Kommunen arbeiten an ganz unterschiedlichen Lösungen. In der Universitätsstadt Göttingen sind etwa E-Rad-Schnellwege ein Thema, damit Studierende flott vom Bahnhof zum Campus kommen. Die Verkehrsbetriebe (GöVB) bieten im gesamten Liniennetz eine kostenlose Fahrradmitnahme an, auch in Regionalbussen ist dies möglich.

Mit einem Spitzenplatz beim ADFC-Fahrradklimatest schnitt 2012 Braunschweig ab, wo spezielle Schutzstreifen für Radfahrer und vorgezogene Aufstellflächen an Ampelkreuzungen für Radfahrer angelegt wurden. Gute Beispiele gibt es auch in der Fläche: Bereits dreimal hat der Landkreis Grafschaft Bentheim den Spitzenplatz als fahrradfreundlichste Region im Land geholt.

Für den ADFC muss das große Umdenken weitergehen. Nach Angaben des Clubs ist der Anteil der Radfahrer am Verkehr in den vergangenen 15 Jahren um ein Drittel gestiegen. "Der Radverkehr ist nicht nur ein großes Pfand bei Mobilität und Umwelt", sagte Verkehrsplaner Korallus in Oldenburg. "Es geht auch um die Teilhabe von Menschen am sozialen Leben."

dpa

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