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Panorama Spektakuläres Video: Mann filmt am Abgrund der Brücke
Nachrichten Panorama Spektakuläres Video: Mann filmt am Abgrund der Brücke
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15:15 17.08.2018
Ein Lkw steht auf der am Vortag eingestürzten Autobahnbrücke Morandi. Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa
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Genua

Ein Überlebender, dessen Auto sich auf der Mitte der Brücke von Genua befand und gemeinsam mit Autobahnstücken nach unten stürzte, beschrieb das Unglück. Als gelerntem Feuerwehrmann sei ihm sofort klar gewesen, dass das Bauwerk einstürzte, als unter ihm die Straße herunterfiel, sagte der 33-jährige Davide Capello.

„Ich hörte ein Geräusch, ein dumpfes Geräusch. Ich sah Pfeiler der Autobahn vor mir herunterkommen. Ein Auto vor mir verschwand in der Dunkelheit“, berichtete Capello, möglicherweise der einzige, der von der Brücke fiel und nicht verletzt wurde. Sein Auto sei mit dem Frontteil voraus in die Tiefe gestürzt und dann plötzlich aufgeprallt. Um ihn herum wurden die Airbags ausgelöst. Draußen habe eine „unwirkliche Stille“ geherrscht, erzählte er.

Suche nach Vermissten geht weiter

Italienische Einsatzkräfte haben nach dem Brückeneinsturz mit Dutzenden Toten die auf den Resten der Brücke noch stehenden Fahrzeuge geborgen. Darunter war auch der grüne Lastwagen, dessen Fahrer bei der Katastrophe am Dienstag wenige Meter vor der Abbruchstelle bremsen konnte. Die Fahrzeuge wurden am späten Donnerstagabend entfernt.

Lokale Medien zeigten ein Video von dem Lastwagen am Abgrund. Der Film, offenbar mit einem Handy aufgenommen, beginnt am Heck des Lasters. Die Person nährt sich dem tödlichen Abgrund, an der Bruchstelle filmt die Kamera nach unten – zu sehen sind die Trümmer in Dutzenden Metern Tiefe.

Lastwagenfahrer Luigi überlebte die Katastrophe

Der grüne Lastwagen auf der Brücke, kurz vor dem Abgrund, wurde zum Bild der Katastrophe. Fahrer Luigi überlebte. „Ich konnte mich retten, weil mich einer überholte und ich dadurch langsamer werden musste“, sagt er. „Als vor mir die Autos in die Tiefe fielen, bremste ich und legte den Rückwärtsgang ein.“ Dann habe er die Tür geöffnet und sei um sein Leben gelaufen.

Brückeneinsturz in Genua womöglich durch Riss eines Tragseils

Der Einsturz der Autobahnbrücke könnte nach Einschätzung eines Experten möglicherweise durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein. „Dies ist eine ernste Arbeitshypothese, aber nach drei Tagen ist es nur eine Hypothese“, sagte der Professor für Stahlbetonbau an der Universität Genua, Antonio Brencich, am Freitag vor Journalisten.

Brencich gehört einer vom Verkehrsministerium eingesetzten Unfallkommission an. Es gebe Zeugenaussagen und Videos, die in Richtung Tragseile wiesen, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. Dagegen schloss er eine Überlastung der Brücke als Grund aus. „Der Regen, der Donner, die Überlastung sind fantasievolle Hypothesen, die nicht einmal in Erwägung gezogen werden.“

Spezialisten beseitigen große Trümmerteile

Bei der Suche nach Todesopfern und Überlebenden des Brückeneinsturzes in Genua begannen Spezialisten am Freitag damit, große Trümmerteile zu entfernen. Sie hievten mit schwerem Gerät ein großes Bauteil aus dem Schutt, so dass die darunter liegenden Trümmer besser untersucht werden konnten. Zuvor hatten sich Rettungskräfte durch Tonnen von zerfetztem Stahl, Beton und zerquetsche Fahrzeuge gegraben.

Ein riesiges Teilstück der Autobahnbrücke war am Dienstag während eines Unwetters plötzlich 45 Meter in die Tiefe gestützt. Dabei wurden nach jüngsten Behördenangaben mindestes 38 Menschen getötet. Zehn bis 20 Personen galten noch als vermisst. Es wurde damit gerechnet, dass bei der Suche noch weitere Tote gefunden werden.

Trauerfeier für die Opfer am Samstag

Die ersten Opfer sollten am Freitag beerdigt werden. Für Samstag war in Genua eine große Trauerfeier mit Kardinal Angelo Bagnasco geplant.

Von RND/dpa

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