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Panorama Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig geht in die nächste Runde
Nachrichten Panorama Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig geht in die nächste Runde
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21:00 04.06.2019
Bisher kein ungewohntes Bild: Kreuzfahrtschiffe in Venedig. Nach einem Unfall wird darüber nun wieder lebhaft diskutiert. Quelle: Foto: Luca Bruno/AP/dpa
Venedig

Arrigo Cipriani (87) ist einer der bekanntesten Venezianer. Der Betreiber von Harry’s Bar, der Stammkneipe von Ernest Hemingway, hat Kreuzfahrtschiffe bisher nicht als Gefahr gesehen. Im Gegenteil: Die Kolosse, die sich wie schwimmende Hochhäuser durch die zerbrechliche Lagunenstadt schieben, gefielen ihm. Dabei warnen Umweltschützer und Bürgerinitiativen seit Jahren davor, dass es wegen der Schiffsriesen zu einer Katastrophe im Unesco-Weltkulturerbe Venedig kommen könnte. Erst recht seit dem „Costa Concordia“-Unglück 2012, als vor der Insel Giglio 32 Menschen starben.

Nach dem Unfall vom vergangenen Sonntag, als ein Kreuzfahrtschiff mit einem Touristenboot zusammengestoßen war, hat auch Cipriani seine Meinung geändert – wie viele bisherige Befürworter des Kreuzfahrttourismus. Die Schiffsriesen müssten aus seiner Heimatstadt verbannt werden, fordert er. „Das war ein Unfall, der viel schlimmer hätte enden können.“

Wie ein Wunder, dass bei dem Unfall nur vier Menschen verletzt wurden

Tatsächlich scheint es wie ein Wunder, dass es nur vier Verletzte gab. Die 275 Meter lange, 54 Meter hohe und 66 000 Tonnen schwere „MSC Opera“ hatte am Sonntag den Markusplatz passiert, als sie im Giudecca-Kanal wegen eines Motorschadens außer Kontrolle geriet. Mit Sirenenalarm lief das Schiff ungebremst auf die Anlegestelle San Basilio zu. Dort rammte es das Ausflugsboot „River Countess“. Dessen 130 Passagiere flohen panisch. Touristen und ein Besatzungsmitglied wurden leicht verletzt.

Lesen Sie auch: Nach Unfall in Venedig: Kreuzfahrtgesellschaft bricht Mittelmeerreise ab

Der Unfall hat die seit Jahren geführte Kontroverse über den Kreuzfahrttourismus in Venedig wieder entfacht. „Man kann nicht warten, bis diese Monster von Toten gestoppt werden“, schrieb die Bürgerinitiative Comitato No grandi navi. Dort hatte Bürgermeister Luigi Brugnaro noch am Sonntag eine Krisensitzung einberufen. Er verlangte ein sofortiges Durchfahrtverbot im Giudecca-Kanal.

Stadtoberhaupt Venedigs gibt Verkehrsminister Danilo Toninelli Schuld am Unfall

Das von einer Mitte-rechts-Mehrheit gestützte Stadtoberhaupt, der zur rechten Lega gehörende Gouverneur der Region Venetien sowie Italiens Innenminister, Lega-Chef Matteo Salvini, wollen den Schuldigen ausgemacht haben: Salvinis Regierungspartner, die Protestbewegung Fünf Sterne, und deren Verkehrsminister Danilo Toninelli, der den Bau eines Kreuzfahrtterminals im Industriehafen von Marghera blockiert habe. „Ohne das Nein der Fünf Sterne hätte der Unfall verhindert werden können“, erklärte Salvini.

Noch unter der Vorgängerregierung war 2017 vereinbart worden, dass Kreuzfahrtschiffe ab 2021 nicht mehr durch den Giudecca-Kanal bis in den Hafen von Venedig, sondern durch die Lagune nach Marghera ans Festland fahren sollen. Umweltschützer, aber auch die Fünf Sterne lehnten das ab. Große Schiffe dürften gar nicht mehr in die ökologisch gefährdete Lagune einlaufen, fordern sie. Als Alternativen gelten vorgelagerte Kreuzfahrtterminals. Verkehrsminister Toninelli versprach am Montag, in Kürze werde der Altstadtkanal für große Schiffe gesperrt und bis Ende Juni die Entscheidung für eine Alternative gefällt. Er betonte, man müsse die Umwelt, aber auch die Arbeitsplätze schützen. Die Kreuzfahrt ist für Venedig ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 2018 passierten knapp 600 Riesenschiffe den Giudecca-Kanal, sie brachten mehr als 1,5 Millionen Touristen.

Auch Mallorca hat mit Massen an Kreuzfahrtschiffen zu kämpfen

Venedig ist nicht die einzige Stadt, die mit den Massen von Kreuzfahrtschiffen Probleme hat. Gerade hat auch die Regierung der Balearen für den Hafen in Palma auf Mallorca bekanntgegeben, dass Schiffe zu anderen Orten umgeleitet werden sollen, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Zuvor hatte die Unesco eine Überlastung des Hafens beanstandet.

Von Regina Kerner/RND

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