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Panorama Tatmotiv des Ansbacher Amokläufers geklärt
Nachrichten Panorama Tatmotiv des Ansbacher Amokläufers geklärt
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17:41 20.09.2009
Die Hintergründe des Amoklaufs in Ansbach sind aufgeklärt.
Die Hintergründe des Amoklaufs in Ansbach sind aufgeklärt. Quelle: ddp
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Die Fahnder hatten am Sonnabend und Sonntag die Befragung von Schülern und Lehrern fortgesetzt und die Sicherung der Spuren am Tatort abgeschlossen. Das Schulgebäude wurde am Sonnabend von den Ermittlern wieder freigegeben. Zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst am Abend erwarteten die Kirchen rund 1000 Menschen.

Die neuesten Ermittlungsergebnisse sollen am Montag (14.00 Uhr) bei einer Pressekonferenz durch die Ansbacher Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger, den ermittlungsführenden Staatsanwalt Jürgen Krach und den Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Ansbach, Hermann Lennert, präsentiert werden.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ging die Polizei unter anderem Hinweisen nach, dass der Schüler in den Tagen vor der Tat Medikamente eingenommen habe. Den jungen Mann hätten offenbar Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen geplagt. Er sei bei einem Ansbacher Psychologen in Behandlung gewesen.

Im Zimmer des 18-Jährigen fanden Polizisten dem Bericht zufolge neben seinem Testament auch Gedichte und Gewaltvideos. In dem Testament aus anderthalb eng beschriebenen DIN-A4-Seiten habe der Schüler verfügt, was nach seinem Tod mit seiner Leiche geschehen solle und für wen seine selbst verfassten Gedichte bestimmt seien.

Die beiden bei dem Amoklauf schwer verletzten 15-jährigen Schülerinnen lagen am Wochenende weiter auf der Intensivstation des Klinikums Nürnberg. Die Ärzte sind mit dem Gesundheitszustand der beiden Jugendlichen insgesamt aber zufrieden, ihnen gehe es zunehmend besser, hieß es. Bei dem Mädchen, dem der Amokläufer mit Axthieben lebensgefährliche Kopfverletzungen zugefügt hatte, ist jedoch nach wie vor unklar, ob die Tat bleibende Schäden hinterlassen wird. Ihre gleichaltrige Mitschülerin hatte schwere Brandverletzungen im Gesicht durch einen Molotowcocktail erlitten.

Der Amokläufer hatte neun Schüler und einen Lehrer verletzt. Eine Schülerin der 10b schilderte in der „Bild“-Zeitung das kaltblütige Vorgehen des 18-Jährigen. Zunächst habe er wortlos brennende Flaschen ins Klassenzimmer geworfen. Zwei Jungen hätten am Rücken gebrannt, eine Mitschülern habe es „voll im Gesicht erwischt“, die Tische hätten in Flammen gestanden. „Unser Lehrer schrie: ’Raus!’ Wir rannten auf den Flur. Dort stand Georg mit der Axt“, berichtete die Schülerin. „Mich hat er an der Hüfte erwischt. Dann hat er immer wieder auf Mareike eingeschlagen.“ Über den Gesundheitszustand des 18-Jährigen, der durch mehrere Polizeikugeln verletzt wurde und am Freitag ein weiteres Mal operiert wurde, wurde am Wochenende nichts bekannt.

Regulärer Unterricht ist für Montag am Gymnasium nicht geplant. Die Schüler können entweder zu Hause bleiben oder sich in der Turnhalle versammeln, wo Psychologen und Seelsorger den Jugendlichen, Eltern und Lehrern für Gespräche zur Verfügung stünden. In Abstimmung mit den Schülern ist ein eingeschränkter Unterricht bis einschließlich der vierten Stunde geplant.

Nach Angaben des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Ansbach haben viele Betroffene die Hilfe von Notfallseelsorgern gesucht. Unter anderem würden die Familien der beiden Schwerverletzten und auch des Amokläufers von Pfarrern betreut.

Bei dem ökumenischen Gottesdienst am Abend sollten einem Dekanatssprecher zufolge symbolisch vier Kerzen entzündet werden: zwei für die beiden schwer verletzten Mädchen, eine für den Täter und eine für die Schulfamilie. In Fürbitten sollte für die Schule, die Schüler und Lehrer sowie die Rettungskräfte, für weniger Gewalt und mehr Barmherzigkeit in der Gesellschaft gebetet werden.

ddp

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