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Panorama Vater der verhungerten Sarah muss 13 Jahre ins Gefängnis
Nachrichten Panorama Vater der verhungerten Sarah muss 13 Jahre ins Gefängnis
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14:11 18.11.2010
Der Vater der verhungerten  dreijährigen Sarah aus Thalmässing in Franken ist zu einer  Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden.
Der Vater der verhungerten dreijährigen Sarah aus Thalmässing in Franken ist zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden. Quelle: dpa
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Der Vater der verhungerten dreijährigen Sarah aus Thalmässing in Franken ist zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg sprach den 30-Jährigen am Donnerstag des Mordes durch Unterlassen sowie der Misshandlung von Schutzbefohlen für schuldig. Der Fernfahrer habe gegen den „langen, quälenden und schmerzhaften Todeskampf“ des Kindes nicht unternommen, urteilte das Gericht.


Strafmildernd für den Angeklagten wertete das Gericht, dass die Mutter des Kindes die Hauptverantwortung für den Hungertod der kleinen Sarah trage. Der Angeklagte habe sich seiner Frau untergeordnet. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine Verurteilung wegen Misshandlung von Schutzbefohlen mit Todesfolge plädiert und sich für sieben Jahre Haft ausgesprochen.


Der Fall hatte im August vergangenen Jahres bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Eltern der auf 8,2 Kilo abgemagerten Sarah hatten damals zwar noch den Notarzt verständigt, das Kind starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Der ein Jahr ältere Bruder des Mädchens war dagegen normal ernährt.

Ursprünglich war auch die Mutter des Mädchens mit angeklagt, sie ist wegen einer schweren Erkrankung aber derzeit nicht verhandlungsfähig. Der Fall hatte auch eine Diskussion über die Rolle des Jugendamtes ausgelöst. Der Mutter waren bereits zwei ältere Kinder entzogen worden, bei den zwei jüngeren Kindern hatte das Jugendamt keinen Grund zum Eingreifen gesehen.



dpa/afp