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Panorama Zwei Mädchen getötet: Grausiges Ende eines Besuchs beim Vater
Nachrichten Panorama Zwei Mädchen getötet: Grausiges Ende eines Besuchs beim Vater
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15:37 28.03.2019
Prozessauftakt in Dresden: Einem 56-Jährigen wird vorgeworfen, seine beiden Kinder Ende Juli 2018 in einer Dresdner Wohnung getötet zu haben. Quelle: dpa/Sebastian Kahnert
Dresden

Der Besuch von Sylka und Martina bei ihrem Vater endet im Juli 2018 tödlich. Die Ermittler sind überzeugt, dass der 56-Jährige die drei und sechs Jahre alten Mädchen in seiner Wohnung im Dresdner Plattenbauviertel Gorbitz aus niederen Beweggründen „heimtückisch und grausam“ umgebracht hat. Der Entschluss dazu sei irgendwann ab Januar gefallen, „weil er die Trennung seiner Frau nicht überwinden konnte und um sich an ihr zu rächen“, wie Staatsanwalt Till von Borries beim Prozessauftakt am Donnerstag im Dresdner Landgericht sagte. Wegen zweifachen Mordes ist Eduardo A. nun angeklagt.

Der 56-Jährige hörte meist regungslos, teils mit ernster Miene zu und schwieg vor Gericht. Aus verlesenen Akten geht hervor, dass der Mosambikaner im Zuge eines Regierungsabkommens 1981 zur Ausbildung in die DDR kam und Deutsch lernte. Zuletzt arbeitete er als Krankenpflegerhelfer. Auch die Mutter der Kinder stammt aus seinem Heimatland, hatte ihn aber nach einem auch aktenkundigen Fall häuslicher Gewalt zu Silvester 2017 verlassen.

Angeklagter habe realitätsfremd geantwortet

Am Tatabend war die 35-Jährige zur Polizei gegangen, als er die Töchter nicht zurückgebrachte. Beamte fanden die Kinder wenig später scheinbar friedlich im Bett seines Schlafzimmers, wie ein Beamter vor Gericht sagte. Erst als man die Decke weggezogen habe, habe sich die „schreckliche Realität“ offenbart: Die Mädchen waren blutverschmiert. „Wir mussten uns kurz sammeln.“ Auch bei den Rettungskräften habe es einen „Moment der Hilflosigkeit“ gegeben, schilderte der Polizist. „Ich hatte nur eine Emotion: tiefe Trauer.“

A. hatte den Beamten in Unterhose „und mit einer Alkoholfahne“ die Wohnungstür geöffnet. „Er war unglaublich distanziert, als würde es ihn nichts angehen, und hat alles über sich ergehen lassen“, erinnerte sich der Beamte. Auf Fragen zu den Kindern habe der Mann völlig realitätsfremd geantwortet. „Er erzählte, dass die Große bald in die Schule geht.“ Der Polizist hatte daraufhin die Schlafzimmertür nochmal geöffnet. „Da gab es einen Hauch von Emotion: eine Träne lief über seine Wange; er hat sie weggewischt.“

Genauer Zeitpunkt und Reihenfolge der Tötungen sind unklar

Irgendwann, nach Spielplatzbesuch, Mittagessen und Fernsehen, habe der Angeklagte Sylka den Schädel zertrümmert, sagte der Staatsanwalt. Auch die drei Jahre ältere Martina habe er geschlagen - und sie dann mit einem Messer oder Ähnlichem getötet. Genauer Zeitpunkt und Reihenfolge seien unklar.

Die Mutter von Sylka und Martina brach bewusstlos zusammen, als sie die Todesnachricht bekam, berichtete der Beamte. Später habe sie erzählt, dass sie A. bei der Übergabe der Töchter am Morgen gesagt hatte, dass sie vom Frauenhaus in eine Wohnung zieht. „Da ist ihm wohl klar geworden, dass sie nicht zu ihm zurückkehren wird.“

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Bis Anfang Mai sind weitere zehn Verhandlungstage terminiert.

Von RND/dpa

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