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Panorama Veranstalter wegen Todesfällen bei Zugspitzlauf verurteilt
Nachrichten Panorama Veranstalter wegen Todesfällen bei Zugspitzlauf verurteilt
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18:27 13.07.2009
Krinninger Bergwacht Zugspitze Sonnalpin Berglauf Extrem-Sportler
Zwei Läufer starben 2008 knapp unter dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg. Quelle: Bergwacht/ddp
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Ein 41-Jähriger aus Witten in Nordrhein-Westfalen und ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg starben knapp unter dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg.

Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verurteilte dafür den Rennveranstalter Peter Krinninger am Montag wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro. Er habe den Berglauf trotz starken Windes, Schneeregens und Neuschnees nicht abgebrochen, lautete der Vorwurf. Gegen das Urteil will Krinninger aber Einspruch einlegen.

Für den Lauf haben sich wieder mehr als 350 Sportler angemeldet, darunter neun Läufer jenseits der 60. Wer am Sonntag auf die Spitze will, muss auch an Helmut Reitmeir vorbei. Der 64-jährige Extrem-Bergläufer gilt in der Szene als Legende. Nach dem Todeslauf vor einem Jahr kritisierte Reitmeir alle Beteiligten, vom Veranstalter bis zu den Läufern: Unerfahrenheit und mangelnde Fürsorge wirft er ihnen vor.

„Ich habe schon damals klare Zeit-Kriterien gefordert,“ sagte Reitmeir. Wer keine Erfahrung im Berglauf vorweisen könne oder am Sonnalpin nicht unter einer bestimmten Zeit ankäme, müsse zurückgeschickt werden, sagte der Profi. „Nur weil einer im Flachen Marathon laufen kann, heißt das nicht, dass er die Zugspitze raufkommt.“ 2962 Meter hoch ist der Fels.

Außerdem sollte noch vor dem Start im 1020 Meter hoch gelegenen österreichischen Ort Ehrwald kontrolliert werden, ob alle Läufer wirklich gut vorbereitet sind. Bei ihm hätten sich im vergangenen Jahr Sportler beschwert, dass sie bei Minusgraden mit der Hand an Eisengriffen im Fels klebengeblieben seien. „Das weiß doch jedes Kind, da packt man nicht dran“, schimpfte Reitmeir. Von der Strafe für den Veranstalter hält er aber gar nichts.

Zur Vorbereitung will er die Zugspitze unter der Woche noch einmal hochlaufen. Zurzeit liege dort an vielen Stellen noch Schnee, sagte Reitmeir. Und das Wetter auf der Zugspitze sei immer unberechenbar. „Bis zum Gipfel zu laufen, ist nur eine Option“, betonte der Sportler. Er riet dazu, im Zweifelsfall nur bis zum Sonnalpin auf 2576 Meter Höhe zu laufen. „Das ist dann immer noch ein sehr schöner Lauf.“ Wer weiter nach oben wolle, dem sollte man die Startnummer abnehmen, sagte Reitmeir.

Genau das hat Veranstalter Krinninger am Sonntag wohl auch vor. Er sagte, auf den Anmeldungen sei dieses Mal ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass Läufer auch gegen ihren Willen aus dem Feld gezogen werden können. „Das haben wir schon immer so gemacht, aber dieses Mal kündigen wir es explizit an.“ Für den Sonntag will sich Krinninger noch nicht festlegen, wie weit das Rennen den Berg hinaufgeht. „Die einzige mögliche Verkürzung ist am Sonnalpin“, stimmt er Läufer-Kollege Reitmeier zu.

ddp