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Panorama Vermeintlicher Wachkoma-Patient plant Buch über sein Schicksal
Nachrichten Panorama Vermeintlicher Wachkoma-Patient plant Buch über sein Schicksal
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19:52 24.11.2009
Mit Hilfe eines Computers kann Rom Houben kommunizieren. Quelle: AFP
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Mittels eines Computers kann der heute 46-Jährige immer noch in den vier Sprachen kommunizieren, die er vor seinem Verkehrsunfall im Jahr 1983 gelernt hatte, wie sein Arzt Steven Laureys am Dienstag sagte, der den medizinischen Irrtum aufdeckte. Selbst komplexe Fragen, etwa ob er gerne lebe, könne er beantworten. Die Entdeckung seines Zustands sei für Houben wie eine zweite Geburt gewesen.

Vor drei Jahren hatte der Neurologe Laureys seinem Patienten erstmals ermöglicht, mit Hilfe eines Computers wieder mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Seitdem habe Houben seine Feinmotorik soweit entwickelt, dass er mit einem Finger seinen Computer bedienen und etwa seiner Mutter E-Mails schicken kann, sagte der Arzt. Auch seinen Rollstuhl steuert er auf diese Weise.

Nach einem schweren Autounfall am 19. November 1983 war der einstige Kampfsportler und Student fälschlicherweise als Wachkoma-Fall eingestuft worden, sein Bewusstsein galt als erloschen. Erst eine neue Untersuchung durch den Neurologen Laureys an der Universität Lüttich brachte ans Licht, dass es sich nicht um ein Koma, sondern um eine Lähmung handelte: Aufnahmen eines Spezial-Röntgengeräts zeigten nach einem Bericht des „Spiegel“, dass Houbens Gehirn fast vollständig funktionsfähig geblieben war.

Beim Erwachen nach seinem Unfall habe ihm sein Körper nicht mehr gehorcht, berichtete Houben: „Ich habe geschrieen, aber es war nichts zu hören.“ Hilflos habe er miterleben müssen, wie Ärzte und Pfleger ihn ansprechen wollten, schließlich aber die Hoffnung aufgaben. Er selbst habe nur die Möglichkeit gehabt, in seinen Gedanken in die Vergangenheit oder in ein besseres Dasein zu flüchten: „Ich habe mich weggeträumt“, schreibt Houben.

Im Sommer veröffentlichte Laureys eine Studie, derzufolge es erschreckend viele Wachkoma-Fehldiagnosen gibt. In rund 40 Prozent aller nur noch als vegetativ eingestuften Fälle seien bei gründlicher Prüfung noch Bewusstseinsreste nachweisbar. Die Patienten seien zeitweise ansprechbar, bei guter Behandlung ließen sich demnach deutliche Fortschritte erzielen.

AFP

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