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Nachrichten Panorama Viele Verletzte nach Massenkarambolage mit 100 Autos
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20:36 12.03.2013
Die Autobahn 45 glich einem Trümmerfeld, in ersten Schätzungen ging die Polizei von mehr als 100 beteiligten Wagen aus.
Die Autobahn 45 glich einem Trümmerfeld, in ersten Schätzungen ging die Polizei von mehr als 100 beteiligten Wagen aus. Quelle: dpa
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Frankfurt

In dichtem Schneetreiben sind in Mittelhessen mehrere Dutzend Autos und Lastwagen zusammengestoßen. Menschen kamen auf der Autobahn 45 nahe Münzenberg (Wetteraukreis) am Dienstag nicht ums Leben. Es wurden jedoch zahlreiche Autofahrer verletzt. Die Polizei sprach zunächst von einer Massenkarambolage, allerdings scheint es sich nach neuen Angaben vor allem um eine Serie von mehreren schweren einzelnen Unfällen zu handeln.

Die Autobahn glich einem Trümmerfeld. In ersten Schätzungen ging die Polizei von mehr als 100 beteiligten Wagen aus. Bis zum späten Nachmittag hätten sich die Beamten aber noch kein genaues Bild von der weitläufigen Unfallstelle machen können. Auch für die Rettungskräfte war es schwer, mit den Wagen zu den betroffenen Autofahrern durchzukommen, viele Sanitäter waren zum Teil zu Fuß zu den Autowracks unterwegs. "Bei den Patienten waren wir schnell. Das Material herbeizuschaffen, war dagegen schwieriger", sagte der leitende Notarzt am Unfallort. In beheizten Zelten sollten die Unfallopfer zunächst versorgt werden.

"Während der Unfallserie herrschte starkes Schneetreiben, die Straße war spiegelglatt", sagte ein Polizeisprecher zu den möglichen Gründen für die Unfallserie. Die Sicht war zudem äußerst schlecht. Die Autos und Lastwagen seien auf der A45 in Fahrtrichtung Hanau zusammengestoßen, hieß es weiter. Die Unfallstelle liegt zwischen den Ausfahrten Wölfersheim und Florstadt.

Viel Geduld wurde auch von den Autofahrern in Südhessen verlangt: Dort wurde die Autobahn 5 (Darmstadt-Frankfurt) zwischen Weiterstadt und Langen Richtung Norden wegen Blitzeis und eines Tanklastzug-Unfalls vorübergehend voll gesperrt, die Umleitungsstrecken waren völlig überlastet. "Es herrscht allgemeines Chaos", sagte ein Sprecher der Wiesbadener Polizei. "Aber normales Chaos bei solchem Wetter."

Lange Staus gab es zudem auf der Autobahn 44, dort war bei einem schweren Unfall ein mit Holzprodukten beladener Lastwagen in Flammen aufgegangen. Nach Polizeiangaben entstand ein Schaden von 110.000 Euro. Der 60 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt. Die Autobahn wurde auf der Höhe der Rastanlage Bühleck nahe Zierenberg in Richtung Kassel voll gesperrt, damit das Wrack des Transporters gelöscht und geborgen werden konnte. Der Verkehr staute sich noch Stunden nach dem Unfall auf über 20 Kilometern Länge. Die Polizei geht davon aus, dass der Turbolader des Lastwagens geplatzt war und das Feuer auslöste.

Der heftigste Temperatursturz im März seit mindestens 50 Jahren hat auch Teile von Nordrhein-Westfalen in ein Winterchaos gestürzt. Bei Blitzeis und starkem Schneefall ereigneten sich am Dienstag vor allem im Süden des Landes mehr als 600 Unfälle. Im Kreis Mettmann kam eine Frau ums Leben. Sie stürzte mit ihrem Wagen eine Böschung hinab und prallte gegen einen Baum. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Die Autobahn 40 war zeitweise am Niederrhein zwischen Kempen und Wachtendonk komplett gesperrt, weil sie wegen extremer Glätte gestreut werden musste.

Der starke Schneefall hatte am Morgen auch zu einem kompletten Stopp des Flugverkehrs am Frankfurter Airport geführt. Eine Startbahn wurde gegen 13.30 Uhr wieder geöffnet, gelandet wurde auf Europas drittgrößtem Luftdrehkreuz auch am frühen Nachmittag weiterhin nicht. Die Anzahl der annullierten Flüge belief sich auf über 350. Das Schneetreiben war zeitweise so stark, dass alle Bahnen geschlossen worden waren, weil die Unfallgefahr für die Flugzeuge trotz eines Großeinsatzes der Räummannschaften zu groß wurde. Der Flughafen Frankfurt/Main verfügt über zwei kombinierte Start- und Landebahnen sowie je eine reine Start- und Landebahn.

In Niedersachsen blieb es am Dienstag trotz glatter Straßen ruhig. Besonders viele Unfälle gab es nicht, teilte die Polizei in Hannover mit. Meist blieb es bei Blechschäden. Auch der Schulbetrieb läuft wieder planmäßig. Am Montag hatte es wegen des erneuten Wintereinbruchs im ganzen Land hunderte Unfälle gegeben. Betroffen waren vor allem die mittleren und östlichen Landesteile. Im Landkreis Harburg war zudem an allen Schulen der Unterricht ausgefallen.

dapd/dpa/frs


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