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Panorama Waldbrand bei Lübtheen: Bewohner des letzten evakuierten Ortes hoffen auf Rückkehr
Nachrichten Panorama Waldbrand bei Lübtheen: Bewohner des letzten evakuierten Ortes hoffen auf Rückkehr
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10:43 05.07.2019
Ein Wasserwerfer der Polizei Hamburg löscht einen Brand in einem Wald in der Nähe von Lübtheen. Die Lage im Waldbrandgebiet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers leicht entspannt. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Lübtheen

Der Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ist eingegrenzt und die Rückkehr für die Bewohner des Ortes Alt Jabel nur eine Frage der Zeit. Mit vier Hubschraubern soll in dem Gebiet des früheren Truppenübungsplatzes an diesem Freitag weiter gelöscht werden, um alle Glutnester zu bekämpfen. Die Einsatzkräfte hoffen auf Regen als Unterstützung.

Laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ist es an diesem Freitag im Nordosten stark bewölkt mit Schauern. Am Samstag soll es noch mehr Regen geben. Unberechenbar bleibt aber der Wind, der die Glut immer wieder anfachen kann.

Einsatzkräfte konzentrieren sich auf noch evakuierten Ort Alt Jabel

Die Einsatzkräfte konzentrieren sich seit Donnerstag auf den einzigen noch evakuierten Ort in der Nähe des munitionsbelasteten Gebietes. „Alt Jabel ist unser Hotspot. Dort bündeln wir all unsere Möglichkeiten“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Stefan Geier. Am frühen Freitagmorgen war der Abstand zwischen Brand und Dorf um mehr als 150 auf rund 500 Meter ausgedehnt worden, wie der Landkreis mitteilte. Erst, wenn ein Kilometer erreicht ist, dürfen die Einwohner zurück in ihre Häuser. Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD), sagte, er hoffe, den Bewohnern vom Ort Alt Jabel am Abend sagen zu können, dass sie wieder nach Hause dürften.

Für die anderen drei vom Brand bedrohten Dörfer Trebs, Jessenitz-Werk und Volzrade - allesamt Ortsteile von Lübtheen - war schon am Mittwoch die Sperrung aufgehoben worden. Die Region liegt südwestlich von Schwerin, zwischen Hamburg und Berlin.

Glutnester und Flammen auf noch etwa 560 Hektar Wald

Am Freitagmorgen waren noch auf etwa 560 Hektar Wald Glutnester und Flammen festgestellt worden. Die vom Brand betroffene Fläche wurde mit insgesamt 1200 Hektar angegeben. Die Bundeswehr hatte mit schwerer Räumtechnik alte Fahrwege rund um den Brandherd freigeschoben, damit das Feuer nicht auf benachbarte Waldflächen übergreift.

„Wir liegen im Plan“, sagte Brigadegeneral Gerd Kropf, Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern. Das Feuer sei weitgehend eingekesselt und bei erneutem Aufflammen könne sich die Feuerwehr frei bewegen. Zeitweilig seien bis zu zwölf Räumpanzer im Einsatz gewesen. Sie hätten insgesamt 60 Kilometer Brandschneisen gezogen. Die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Feuers sei nahezu gebannt.

Vergangenes Jahr kämpfte die Bundeswehr mit Moorbrand in Niedersachsen

Vor noch nicht einmal einem Jahr hatte die Bundeswehr schon mit einem Moorbrand auf einem Truppengelände im benachbarten Niedersachsen zu kämpfen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte in Hannover, die Kommunikation der Bundeswehr mit den Behörden habe sich seither verbessert. „Ich gehe davon aus, dass die Bundeswehr aus den Fehlern gelernt hat und dass ihr nicht noch einmal so etwas passieren wird wie im vergangenen Jahr im Emsland.“

Am 3. September hatte sich im Emsland bei einem Waffentest mit einem Hubschrauber ein Moorbrand entzündet, der erst Wochen später gelöscht werden konnte. Die Bundeswehr hatte die Hilfe der Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden mit erheblicher Verzögerung angefordert. Selbst das Kompetenzzentrum Großschadenslagen des niedersächsischen Innenministeriums erfuhr laut Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) erst am 13. September inoffiziell davon, dass im Emsland Feuerwehrmaterial angefordert wird.

Von RND/dpa