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Panorama Weiterer Fall von Polizeiversagen in Kindesmissbrauchsfall?
Nachrichten Panorama Weiterer Fall von Polizeiversagen in Kindesmissbrauchsfall?
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16:33 04.04.2019
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen steht erneut in der Kritik, Hinweisen auf sexuellen Missbrauch von Kindern nicht nachgegangen zu sein. Quelle: imago/Deutzmann
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Bad Oeynhause,

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Nach dem Missbrauchsskandal in Lügde gibt es in Ostwestfalen einen weiteren Fall von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie, bei dem die zuständige Polizeibehörde nicht unmittelbar durchgriff. In dem am Donnerstag bekanntgewordenen Fall geht es um einen Physiotherapeuten und Heilpraktiker aus Bad Oeynhausen, der in seiner Praxis bei Behandlungen mehrfach pornografische Fotos von mindestens zwei Kindern gemacht haben soll.

Der 60-Jährige soll außerdem zahlreiche Kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben. Wegen Wiederholungsgefahr befinde sich der Mann seit einer Woche in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Bielefeld in einer gemeinsamen Erklärung mit der Polizei Dortmund mitteilte.

Fall war der Polizei bereits seit November 2017 bekannt

Der Fall war der zuständigen Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke aber bereits seit November 2017 bekannt. Die Beamten hatten einen Hinweis von einem IT-Techniker erhalten, dem kinderpornografisches Material auf dem Laptop des 60-Jährigen aufgefallen war. Festgenommen wurde der Heilpraktiker, der auf Kinder und Jugendliche spezialisiert ist, aber erst knapp anderthalb Jahre später – am 29 März 2019.

Grund dafür sollen „ermittlungstaktische Gründe“ gewesen sein, wie NRW-Innenminister Herbert Reul am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags erklärte. Den Durchsuchungsbeschluss gab es nach Angaben des Ministers zwar seit Februar 2018, die Beamten hätten den Beschuldigten allerdings nie zu Hause angetroffen.

Erst der vierte Versuch, am 8. März 2019, sei erfolgreich gewesen. Bei der Wohnungsdurchsuchung sei „umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, insbesondere Mobiltelefone, Computer und andere Datenträger“.

Laut Ermittlern gibt es eine detaillierte Aktenführung

Dass die Polizeibeamten drei Mal unverrichteter Dinge abgezogen sind, hält der NRW-Innenminister für nachvollziehbar. Das beruhe auf der Erfahrung, dass Konsumenten von Kinderpornografie entsprechende Daten stets bei sich tragen – auf dem Smartphone, USB-Sticks oder Tablets.

„Weil sie immer und überall Zugriff haben, nicht nur dann, wenn sie zu Hause am PC sitzen und von der Ehefrau erwischt werden können“, so Reul. Deshalb hätten die Ermittler mit ihrem Zugriff gewartet, bis sie den Mann selbst antrafen. Darüber gebe es – anders als im Fall Lügde – auch eine detaillierte Aktenführung.

NRW-Innenminister räumt Fehler ein

Dass das erst 14 Monate später passierte, kritisierte Reul dennoch: Vor dem Hintergrund des Berufs des Beschuldigten hätte der Fall höher priorisiert werden müssen. „Das war ein klarer Fehler“, sagte Reul – auch wenn in der Behörde Minden-Lübecke derzeit 50 Kinderpornografie-Verfahren liefen. Im Fall des Kindertherapeuten sei nicht auszuschließen, dass es weitere Opfer gibt, sagte Reul, „möglicherweise sogar viele.“

Ob der Beschuldigte seine Tätigkeit als Therapeut zu weiteren strafbaren Handlungen genutzt hat, ermittelt derzeit eine Kommission aus 80 Beamten. Um weitere Oper zu finden, seien Anlaufstellen in Bad Oeynhausen eingerichtet worden. An Marktplätzen und Bahnhöfen in der Region seien mobile Teams mit Opferschutzbeauftragten unterwegs. Noch in diesem Monat will der Innenminister eine Stabstelle „Kindesmissbrauch / Kinderpornografie“ für NRW einrichten.

Derweil gab Reul im Innenausschuss auch bekannt, dass es im Fall Lügde nun um acht Beschuldigte, 40 Opfer und 717 Spuren gehe.

Von RND/Julia Rathcke

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