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Panorama Zwischen Datenklau und Alarmismus
Nachrichten Panorama Zwischen Datenklau und Alarmismus
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22:32 24.11.2009
Von Margit Kautenburger
Das Eis schmilzt schneller als erwartet – zumindest nach dem jüngsten Klimabericht. Quelle: ddp (Archiv)
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Und während die einen warnen, dass die Erde sich noch schneller erwärmt als bislang prognostiziert, betonen andere, dass die Temperaturen in den vergangenen zehn Jahren gefallen sind.

Nach dem jüngsten Forschungsbericht einiger prominenter Klimaforscher, der am Dienstag in Potsdam veröffentlicht worden ist, laufen die Veränderungen deutlich schneller ab als erwartet. Ohne erkennbare Verminderungen der Treibhausgasemissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, warnen die Wissenschaftler. Derzeit gilt, dass eine Erwärmung von zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit eingehalten werden muss, um katastrophale Folgen zu verhindern. Wörtlich heißt es in der Studie: „Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert, und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bisher angenommen.“ Für Gegenmaßnahmen blieben nur noch wenige Jahre, warnen die Autoren.

Skeptiker, die solche Studien als Alarmismus ansehen, dürften sich indes durch Internetpiraten bestätigt sehen. Hacker haben sich Zugang zu Hunderten privater Mails von Wissenschaftlern der Universität von East Anglia im englischen Norwich verschafft, deren Inhalt von ihnen als Beleg dafür angesehen wird, dass die Forscher den Klimawandel übertrieben dargestellt und Daten manipuliert haben. „Hoffentlich wird es uns so gelingen, ein Licht auf diese Wissenschaft zu werfen und die Menschen, die sie betreiben“, heißt es in einer anonymen Erklärung, die der Veröffentlichung der rund 1000 Mails im Netz beigefügt ist. Die Universität hat den illegalen Datenklau von einem Server der „Climate Research Unit“ der Universität bestätigt.

Einige dieser Nachrichten werfen ein schlechtes Licht auf die Forscher. So wird in den Mails über Kollegen hergezogen, Klimaskeptiker werden als „Idioten“ bezeichnet. Ein US-Klimatologe beklagt sich bei Kollegen, es sei „ein Hohn, dass man den gegenwärtigen Stillstand bei der Erwärmung nicht erklären“ könne. Gravierender aber ist eine Nachricht von Phil Jones, dem Chef der Climate Research Unit. Er berichtet darin, dass er einen „Trick“ eines US-Kollegen angewandt habe, um „den Rückgang der Temperaturen“ zu verstecken. In einer anderen Nachricht empfiehlt er einem Kollegen, den Mailverkehr zu löschen.

Was Klimaskeptiker als eindeutigen Beweis für manipulierte Daten und Vertuscherei werten, erklären andere mit laxer Ausdrucksweise. Wissenschaftler benutzten häufiger den Begriff „Trick“, wenn sie beschrieben, wie sie ein Problem lösten.

Für Jochem Marotzke, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, besteht trotz der brisanten E-Mails kein Zweifel, dass der Klimawandel sich verstärkt. Gleichwohl sei die Wortwahl der Kollegen „unglücklich“ und wecke Misstrauen. Die Lehre aus der Hackeraffäre könne nur lauten, die Klimaforschung transparenter zu machen, empfiehlt Marotzke. Nicht gut sei beispielsweise, dass die englischen Forscher ihre Rohdaten nie öffentlich gemacht hätten. Auch die Tatsache, dass es zwischen 2001 und 2009 nicht wärmer geworden sei, dürfe nicht unter den Tisch gekehrt werden. „Auch wenn es dadurch schwieriger wird, den Klimawandel zu erklären, müssen wir uns dieser Erkenntnis stellen.“

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