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23:06 01.02.2011
Mubarak verzichtet auf eine weitere Amtszeit.
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Der ägyptische Präsident Husni Mubarak (82) verzichtet nach 30 Jahren an der Macht auf eine weitere Amtszeit. „Ich werde nicht für eine neue Amtszeit kandidieren“, sagte Mubarak am Dienstagabend in einer mit Spannung erwarteten Rede, die vom ägyptischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Am achten Tag der Proteste gegen sein Regime erklärte er, bis zum Ende seiner Amtszeit im September den Weg für die geforderten freie Wahlen mit Änderungen der Verfassung bereiten zu wollen. Seinen Stellvertreter Omar Suleiman habe er angewiesen, den Dialog mit allen politischen Kräften zu suchen.

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„Die Ereignisse der vergangen Tage verlangen von uns, dass wir zwischen Chaos und Stabilität wählen“, sagte Mubarak. Er schloss praktisch aus, ins Exil zu gehen. “„Dies Land ist auch meine Heimat, und in diesem werde ich sterben“, sagte Mubarak. Er endet seine Rede mit dem Satz: „Möge Gott dieses Land und sein Volk schützen.“

Am Dienstag protestierten allein in Kairo bis zu zwei Millionen Menschen gegen den seit 30 Jahren regierenden Staatschef. Auch in anderen Städten forderten Zehntausende einen Neuanfang. Die Opposition einigte sich auf einen gemeinsamen Forderungskatalog, der auch die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit beinhaltet. Erstmals nahmen auch die USA Kontakt zur Opposition auf.

Die oppositionelle ägyptische Jugendbewegung 6. April lehnt einen politischen Kompromiss mit Präsident Husni Mubarak ab. Ein Sprecher reagierte am Dienstagabend negativ auf die Ankündigung Mubaraks, bis zum Ende seiner Amtszeit im September an der Macht bleiben zu wollen, dann aber nicht mehr zu kandidieren. „Wir lehnen das ab, weil es unsere Forderungen nicht erfüllt“, sagte ein Sprecher der Bewegung in Kairo.

dpa

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