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Deutschland / Welt Afghanischer Energieminister entkommt Anschlag
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Afghanischer Energieminister entkommt Anschlag
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17:43 27.09.2009
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Nach Angaben eines Polizeisprechers explodierte am Morgen eine Autobombe während der Durchfahrt von Chans Konvoi durch Herat, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz an der Grenze zum Iran. Bei mehreren Vorfällen starben am Wochenende in Afghanistan insgesamt sechs NATO-Soldaten.

Vier Passanten, darunter eine Frau und ein Kind, starben bei dem Anschlag auf den Minister. 17 weitere Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch drei Leibwächter des Ministers. Chan selbst habe den Anschlag unverletzt überlebt und sei inzwischen nach Kabul zurückgekehrt. Augenzeugen berichteten, die Bombe sei von einem Selbstmordattentäter gezündet worden. Von der Wucht der Detonation wurden mehrere Fahrzeuge und zwei angrenzende Gebäude schwer beschädigt. Anschläge gegen Vertreter der Regierung oder Sicherheitskräfte gehen in der Regel auf das Konto der radikalislamischen Taliban.

Im Süden Afghanistans starben am Wochenende zwei US-Soldaten und ein ISAF-Soldat unbekannter Nationalität bei Bombenanschlägen und einem Angriff von Aufständischen. Dies teilte die Internationale Schutztruppe für Afghanistan mit. Drei französische Soldaten wurden bei einem Gewitter im Osten des Landes getötet, wie die französische Armee am Sonntag mitteilte. Einer sei vom Blitz getroffen worden, die beiden anderen seien ertrunken.

Afghanische Regierungstruppen und Polizisten töteten nach eigenen Angaben seit Freitag im Norden und Süden des Landes mindestens 48 Menschen. Unter den Toten waren demnach 42 Taliban. Allein in der nördlichen Provinz Kundus seien am Samstag bei einem zwölfstündigen Gefecht im Gebiet Arschi mindestens 18 Taliban getötet worden, sagte ein afghanischer Bataillonskommandeur am Samstag. In der südlichen Provinz Helmand wurden den Angaben zufolge 24 Taliban getötet.

Die afghanische Wahlkommission veröffentlichte am Samstag vorläufige Teilergebnisse der Provinzwahlen, die am 20. August zeitgleich mit der Präsidentschaftswahl stattgefunden hatten. Demnach steht die Wahl von 251 Männern und 106 Frauen in die Provinzräte bereits fest. Insgesamt waren 420 Mandate zu vergeben. Davon war ein Viertel Frauen vorbehalten. Die noch ausstehenden Ergebnisse von vier der insgesamt 34 Provinzen - Paktika, Nangarhar, Kandahar und Ghasni - sollten nach Angaben der Kommission in Kürze veröffentlicht werden. Nach Einschätzung afghanischer und ausländischer Wahlbeobachter hat es bei den Provinzwahlen ebenso wie bei der Präsidentschaftswahl massiven Betrug gegeben.

Bei der Präsidentschaftswahl liegt nach vorläufigen Ergebnissen Amtsinhaber Hamid Karsai mit mehr als 54 Prozent der Stimmen in Führung. Das endgültige Ergebnis wird aber nicht vor der Klärung der Betrugsvorwürfe erwartet.
AFP