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Deutschland / Welt Israel-Hasser ziehen über den Kurfürstendamm
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Israel-Hasser ziehen über den Kurfürstendamm
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15:33 02.06.2019
Teilnehmer der anti-israelischen Al-Kuds-Demonstration, die einen Schtreimel tragen, gehen über den Kurfürstendamm. Quelle: Annette Riedl/dpa
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Berlin

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung ließ am Samstag keinen Zweifel daran, was er für angezeigt hält. „Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine Bürgerpflicht“, sagte Felix Klein dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird. Wir müssen uns ganz klar dagegen wenden.“

Grund gab es dafür an diesem Tag genug. Auf dem Berliner Kurfürstendamm hatten sich etwa 1000 Menschen eingefunden, um sich am „Al-Kuds-Marsch“ zu beteiligten, darunter zahlreiche Vertreter palästinensischer Organisationen, aber auch Funktionäre der rechtsextremistische NPD. Klein mischte sich unter die größere der beiden Gegendemonstrationen. Die Stimmung war aufgeheizt, aber auch wegen eines massiven Polizeiaufgebots nicht bedrohlich.

„Israel ist illegal“

Auf dem „Al-Kuds-Marsch“ sah man Menschen, die eindeutige Parolen riefen, darunter „Kindermörder Israel“ oder „Israel war illegal, Israel ist illegal“. Die Demonstranten gaben damit unzweifelhaft zu erkennen, dass es ihnen nicht etwa nur um eine Lösung des Nah-Ost-Konflikts geht, sondern darum, Israel das Existenzrecht zu nehmen. Auf einem Transparent wurde überdies behauptet: „Die Königliche Familie von Saudi-Arabien sind Zionisten mit jüdischen Wurzeln.“

Zufall ist das nicht. „Al-Kuds“ ist die arabische Bezeichnung für Jerusalem. Und hinter dem jährlichen Aufzug steckt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden die libanesisch-schiitische Hisbollah, hinter der wiederum der mit Israel und Saudi-Arabien verfeindete Iran steckt. Der „Al-Kuds-Tag“ wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen und dient dazu, den arabischen Anspruch auf ganz Jerusalem zu untermauern. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und das Internationale Auschwitz-Komitee fordern seit Jahren ein Verbot des Aufzugs.

Am oberen und unteren Ende des „Al-Kuds-Marsches“ fanden die besagten Gegendemonstrationen statt. Auf der kleineren sah man Transparente wie „Free Gaza from Hamas“. Die radikal-islamische Hamas beherrscht den Gaza-Streifen. Auf der größeren Gegendemonstration sah man den Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD), den ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck, Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke), die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer und den israelischen Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff. Pau rief: „Wenn Antisemiten ihr hassendes Haupt erheben, ist Widerstand angesagt. Antisemitismus ist nirgendwo hinnehmbar.“

Polizei war auf dem Posten

Gegen 16 Uhr zog der „Al-Kuds-Marsch“ stadteinwärts an der größeren Gegendemonstration vorbei, ohne dass etwas geschah. Dazwischen standen Absperrgitter – und viele Polizisten.

Derweil spricht viel dafür, dass sich Bilder wie diese wiederholen werden. Mit Rücksicht auf die Bedeutung der „Hisbollah“ und ihre Funktion als Vermittlerin im Nahen Osten verzichtet die Bundesregierung darauf, offensiv gegen die radikal-islamische Gruppierung vorzugehen. Felix Klein wird 2020 wohl abermals demonstrieren müssen.

Von Markus Decker/RND

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