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Deutschland / Welt Angela Merkel kämpft bei Statement mit Kurzatmigkeit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Angela Merkel kämpft bei Statement mit Kurzatmigkeit
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15:47 15.07.2019
Angela Merkel nahm am Sonntag an der Parade zum französischen Nationalfeiertag in Paris teil. Quelle: AP
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Berlin/Paris

Neuer Schockmoment um die Kanzlerin: Angela Merkel (CDU) hat bei einem kurzen Pressestatement in Paris schwer nach Luft gerungen. Für die auffällige und bisher nicht gesehene Kurzatmigkeit der Regierungschefin hat ihr Sprecher Steffen Seibert eine einfache Erklärung. Doch die Spekulationen um ihren Gesundheitszustand erhalten so neue Nahrung.

Angela Merkel war am Sonntag zu Gast in Paris. Die Franzosen begingen ihren Nationalfeiertag mit einer Parade. Auch die deutsche Regierungschefin war unter den Ehrengästen. Sie beobachtete die etwa zweistündige Veranstaltung die meiste Zeit stehend – ohne größere Zwischenfälle.

Doch als sie im Anschluss an die Parade im Elysee-Palast in Paris eine kurze Erklärung vor deutschen Medienvertretern abgab, rang sie unüberhörbar nach Luft. 20 Sekunden dauerte ihr Statement, dabei konnte die Kanzlerin keinen Satz sprechen, ohne mehrfach tief Luft zu holen. Das Statement war am Sonntag auch in der „Tagesschau“ um 20 Uhr zu sehen (ab Minute 1:59).

Was war passiert? Regierungssprecher Seibert erklärte die Kurzatmigkeit am Montag mit der Eile Merkels in der Situation. Der nächste Termin habe gedrängt und die Kanzlerin sei unmittelbar vor dem Auftritt vor den TV-Kameras eine Treppe hochgestiegen, so Seibert. Nach Augenzeugenberichten handelte es sich um eine lange Treppe, die – auf „normale“ Verhältnisse übertragen – etwa zweieinhalb Stockwerken entspricht. Warum die Kanzlerin sich keine 30 Sekunden Zeit nahm, bis die Kurzatmigkeit verflogen war, bleibt unklar.

Tschentscher (SPD): „Leichte Anzeichen für körperliche Überarbeitung“

Über Merkels Gesundheitszustand war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Innerhalb von drei Wochen hatte sie drei Zitteranfälle erlitten – immer nach längerem Stehen. Den ersten hatte ihr Umfeld mit Wassermangel erklärt. Den zweiten und dritten damit, dass die Kanzlerin sich noch in der „Verarbeitungsphase“ des ersten Zitteranfalls befände.

Der Gedanke daran, habe erneute Zitteranfälle hervorgerufen, hieß es damals. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), ein gelernter Mediziner, sah in den Zitteranfällen Merkels „leichte Anzeichen für eine körperliche Überlastung“.

Im Video: Angela Merkel erleidet dritten Zitteranfall

Angela Merkel hatte hingegen erklärt: „Man muss sich keine Sorgen machen.“ An ihrer Arbeitsfähigkeit habe sie keine Zweifel: „Ansonsten bin ich ganz fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin.“

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Von Christian Burmeister/RND

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