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Deutschland / Welt Trump sicher: Angriffe im Golf von Oman „riechen nach dem Iran“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump sicher: Angriffe im Golf von Oman „riechen nach dem Iran“
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17:38 14.06.2019
Präsident Trump hat sich zu den Angriffen im Golf von Oman geäußert. Quelle: imago images / UPI Photo
Washington/Dubai

US-Präsident Donald Trump sieht es als erwiesen an, dass die beiden Tanker nahe der Straße von Hormus am Donnerstag vom Iran angegriffen wurden. „Iran hat es getan“, sagte er am Freitag in der Fernsehsendung „Fox & Friends“; Teheran sei von den USA entlarvt worden.

Er bezog sich damit auf ein Video, dass zeigen soll, wie Soldaten auf einem iranischen Boot etwas von einem der Tanker entfernen, was nach Darstellung der USA eine nicht explodierte Haftmine war. Auch US-Außenminister Pompeo machte den Iran für die Angriffe verantwortlich.

Iran weist Verantwortung zurück

Iran hat jede Verwicklung in die Zwischenfälle zurückgewiesen und den USA vorgeworfen, die Lage im gesamten Nahen und Mittleren Osten zu radikalisieren. Auf dem Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organization im kirgisischen Bischkek erwähnte der iranische Präsident Hassan Ruhani die Tanker-Zwischenfälle nicht, kritisierte aber den von Trump erklärten Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen. Er suchte demonstrativ den Schulterschluss mit Russland: „Die Lage in der Region erfordert stärkere Interaktion unserer Nationen“, sagte er bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des Gipfels.

Mehr zum Thema:
Das ist bisher über die Angriffe bekannt

China forderte alle Konfliktparteien in der Golfregion auf, eine „weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden“. Außenamtssprecher Geng Shuang sagte, ein „Krieg in der Golfregion ist das Letzte, was man will“. China ist der größte Abnehmer iranischen Öls und unterstützt weiterhin das internationale Atomabkommen, aus dem sich die USA zurückgezogen haben. Einseitige Sanktionen lehne Peking ab.

„Die Lage ist äußerst besorgniserregend“

In Berlin sagte eine Sprecherin von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ulrike Demmer, die Lage sei nach den Tanker-Zwischenfällen äußerst besorgniserregend und ein Spirale der Eskalation müsse verhindert werden. Wichtig sei nun eine gründliche Untersuchung des Hintergrunds der Zwischenfälle.

Die beiden Tanker „Front Altair“ und „Kokuka Courageous“ wurden am Donnerstag vor der iranischen Küste im Golf von Oman von Explosionen erschüttert und beschädigt. Der norwegische Eigner des Tankers, Frontline, teilte am Freitag mit, das Feuer auf dem Schiff sei gelöscht worden. Die 23 Besatzungsmitglieder seien noch im iranischen Hafen Bandar Abba. Frontline-Chef Robert Hvide Macleod sagte, die Ursache de Explosion sei unbekannt. „Aber wir können ausschließen, das ein Fehler im Schiff das ausgelöst hat“, fügte er hinzu.

Kommentar zu Tanker-Angriffen:
Der Propagandakrieg hat längst begonnen

Auf den der japanischen Reederei Kokuka Sangyo gehörenden Tanker „Kokuka Courageous“ kehrten am Freitag die 21 Seeleute zurück. Sie waren von einem Schiff der 5. US-Flotte aufgenommen worden. Deren Sprecher Joshua Frey sage, die Seeleute unterstützten nun das Abschleppen des Tankers.

Tanker-Besatzung soll fliegende Objekte gesehen haben

Reederei-Präsident Yutoka Katada sagte, die Besatzung habe vor der Explosion fliegende Objekte gesehen. Das könnten Kugeln gewesen sein; Berichte, der Tanker sei von einer Mine oder Torpedo getroffen worden, bezeichnete er als falsch, da sich die Schäden oberhalb der Wasserlinie des Schiffs befänden.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt massiv verschärft. Schon vor einem Monat hatte es vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe gegeben. Auch dafür machten die USA den Iran verantwortlich.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriffe

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die jüngsten Angriffe nach Angaben des Botschafters von Kuwait. Der Rat fordere eine gründliche Untersuchung, sagte Mansur al-Otaibi nach einem von den USA einberufenen Treffen. „Es ist ein Verstoß gegen internationales Recht und es ist ein krimineller Akt“, sagte Al-Otaibi.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte jedwede Angriffe auf zivile Schiffe. Die Welt könne sich eine große Konfrontation in der Golfregion nicht leisten, erklärte er. Faktenlage und Verantwortung müssten geklärt werden.

Die Arabische Liga rief den Weltsicherheitsrat auf, gegen die Verantwortlichen der jüngsten Angriffe vorzugehen. „Manche Parteien in unserer Region versuchen, Feuer in unserer Region zu legen, und wir müssen uns dessen bewusst sein“, sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit.

Das Video, das ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarde an einem der Tanker zeigen soll, wurde vom US-Zentralkommando veröffentlicht. Dessen Sprecher Bill Urban erklärte, Soldaten auf dem Boot hätten eine Haftmine von der „Kokuka Courageous“ entfernt.

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Von RND/AP

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