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Deutschland / Welt Aus für Verhandlungen mit Taliban: Trump setzt das richtige Zeichen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Aus für Verhandlungen mit Taliban: Trump setzt das richtige Zeichen
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14:08 08.09.2019
US-Präsident Donald Trump stoppte Verhandlungen mit den Taliban. Quelle: imago images / ZUMA Press
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Berlin

Nachdem US-Präsident Donald Trump - wie stets - per Twitter kurz vor einem Geheimtreffen mit Taliban-Führern in Camp David ein angeblich unterschriftsreifes Abkommen für nichtig erklärte, durfte man gespannt auf die Reaktion der afghanischen Regierung sein. Die erklärte recht kühl, das derzeitige Hindernis im laufenden Friedensprozess sei auf die anhaltende Gewalt und den anhaltenden Kampf der Taliban zurückzuführen.

Der Analyse ist wenig hinzuzufügen, außer vielleicht, dass es während der Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban in den vergangenen 14 Monaten ständig Anschläge der Extremisten mit Verletzten und Todesopfern gab. Und: Dass die afghanische Regierung seltsamerweise nicht an diesen Verhandlungen über die Beendigung der Gewalt in ihrem Land beteiligt war.

Er zog offenbar in letzter Minute die Reißleine.

Ist der Abbruch also gar nicht dem Taliban-Anschlag vom vergangenen Donnerstag, bei dem auch ein US-Soldat ums Leben kam, geschuldet, sondern das Eingeständnis der US-Seite, dass es ein Fehler war, die legitimierte afghanische Regierung vor den Augen des eigenen Volkes zu Randfiguren zu degradieren?

Trump würde dies nie zugeben. Aber die Kritik an diesen die Taliban aufwertenden und von Gewalt begleiteten Verhandlungen konnte auch der US-Präsident nicht mehr überhören. Er zog offenbar in letzter Minute die Reißleine. Und wenn Trump dabei bleibt - was bei ihm immer ungewiss ist - hat er das richtige Zeichen gesetzt.

Die Friedensverhandlungen, auch mit den Taliban, müssen trotzdem weiter geführt werden. Allerdings sollten die Radikalen einen Waffenstillstand in den eigenen Reihen durchsetzen können und die Kabuler Regierung als Verhandlungspartner akzeptieren. Ohne sie dürfen auf keinen Fall in Afghanistan vollendete Tatsachen geschaffen werden. Dies müssen jetzt Donald Trumps Mindestbedingungen für einen Neuanlauf sein.

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Von Thoralf Cleven/RND

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