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Deutschland / Welt Ausschreitungen bei Protesten gegen Neonazi-Kundgebung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ausschreitungen bei Protesten gegen Neonazi-Kundgebung
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17:09 05.09.2009
In Dortmund ist es bei Protesten gegen eine geplante Neonazi-Kundgebung zu Ausschreitungen gekommen.
In Dortmund ist es bei Protesten gegen eine geplante Neonazi-Kundgebung zu Ausschreitungen gekommen. Quelle: ddp
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Mehrere Personen - darunter auch mindestens fünf Polizisten - wurden verletzt. Einige Gegendemonstranten kamen in Gewahrsam. Konkrete Zahlen konnte die Polizei am Nachmittag noch nicht nennen. Derzeit sei die Lage aber ruhig, erklärte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben des Sprechers wollten nach dem Ende einer Demonstration am Hauptbahnhof mehrere Hundert Personen in Richtung Innenstadt ziehen. Dabei warfen sie Steine und Knallkörper in Richtung der Polizisten und Polizeifahrzeuge. Der Dortmunder Grünen-Politiker Mario Krüger wurde leicht verletzt, als er die Auseinandersetzungen unterbinden wollte. Vier Personen kamen in Gewahrsam.

Laut Sprecher kam es in der Folge immer wieder zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Dabei wurden weitere Gegendemonstranten in Gewahrsam genommen. Zudem kesselte die Polizei im östlichen Stadtgebiet zwei Gruppen ein, weil von den Teilnehmern Gewalt ausgegangen war, wie es hieß.

Zu der Neonazi-Kundgebung auf einem Parkplatz am Dortmunder Hafen hatten sich am frühen Nachmittag mehr als 700 Personen eingefunden. Die Rechtsextremisten mussten sich an strenge Auflagen halten und durften sich lediglich auf dem Parkplatz versammeln. Ein Umzug fand nicht statt. Die Kundgebung endete gegen 16.00 Uhr, ursprünglich hatte die Veranstaltung bis 21.00 Uhr gehen sollen.

Zum Friedensfest vor dem Rathaus und den etwa 30 weiteren Veranstaltungen wie Demonstrationen, Mahnwachen, Diskussionen oder Straßenfesten erwarteten die Organisatoren der Gegenkundgebungen etwa 10.000 Menschen. Das für den Abend geplante Fest stand unter dem Motto „Für Dortmund gegen Nazis“, auch der Musiker Bob Geldof sollte dort auftreten.

Die Polizei war mit mehr als 3000 Beamten vertreten. Sie sorgten dafür, dass die Gruppen der Neonazis und der Gegendemonstrante großen Abstand zueinander hielten.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren auch deshalb so hoch, weil am 1. Mai mehrere Rechtsextremisten Teilnehmer einer Mai-Kundgebung in Dortmund angegriffen hatten. Dabei attackierten sie Kundgebungsteilnehmer mit Holzstangen und bewarfen sie mit Steinen. Fünf Polizisten wurden verletzt, sieben Einsatzfahrzeuge beschädigt.

ddp