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Deutschland / Welt Barley wird neue SPD-Generalsekretärin
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12:25 03.11.2015
Katarina Barley Quelle: dpa
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Berlin

Sie sei ein „sachlicher Mensch“, aber „die Abteilung Attacke kann ich auch“, sagt Katarina Barley. Gerade hat SPD-Chef Sigmar Gabriel verkündet, dass Barley, 46, seine neue Generalsekretärin werden soll. Attacke ist wichtig, denn Barley wird den nächsten Bundestagswahlkampf organisieren müssen. Als sie gefragt wird, wie sie zu den Reibereien und Konflikten steht, die die amtierende Generalsekretärin Fahimi mit Gabriel hat, muss Barley tief Luft holen. Groß, schlank, im dunkelblauen Anzug stützt sie sich mit beiden Armen auf das Rednerpult. „Ich mag Menschen mit Profil“, sagt sie und grinst breit in Richtung ihres Parteichefs. Sie käme gut aus mit Menschen, die man nicht so leicht an die Wand nageln könne. „Da braucht man aber lange Nägel“, sagt Gabriel und deutet auf seinen runden Bauch.

Die Personalie ist eine Überraschung. Erst vergangenen Freitag war der Parteichef am Telefon. Da war Barley gerade in den USA. Auf dem Rückflug hatte sie Zeit, über das Angebot nachzudenken. Am Sonntag habe man sich dann zusammengesetzt, sagt Gabriel und schwärmt von Barleys „zutiefst beeindruckender“ Karriere als Richterin und Anwältin.

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Öffentlich in Erscheinung getreten ist Barley bisher kaum. Sie zog erst 2013 über die Landesliste der rheinland-pfälzischen SPD in den Bundestag ein. Mitglied der SPD ist sie seit 1994. Seit 2005 ist sie Mitglied des Kreisvorstands Trier-Saarburg, zunächst als Beisitzerin, später als Vorsitzende.

Barley trägt Perlenohrringe. Tauben züchtet sie sicher keine. Nähe zur Basis fehlt ihr dennoch nicht. „Ich erinnere mich noch ganz genau, wie die Katarina mit ihrem Baby im Kinderwagen und Flugblättern in der Windeltasche Wahlkampf gemacht hat“, sagt Maria Schuh, eine Parteifreundin aus Schweich bei Trier. Dort lebt Barley mit ihrem Mann und den beiden Kindern, wenn sie nicht in Berlin ist. „Sie ist kein bisschen abgehoben“, sagt Schuh, „und immer sehr zuvorkommend.“ Barley übernehme bei Veranstaltungen gerne die Gästebetreuung am Kuchenstand und helfe bei der Aktion „Nachbar in Not“.

Barley ist in Köln geboren, sie promovierte über „Kommunalwahlrecht für Unionsbürger“. Auf ihren Doktortitel ist sie stolz, „den muss man nicht verstecken“, sagt sie, die Arbeit sei schließlich „ehrlich recherchiert und ganz alleine geschrieben“. In der Bundestagsfraktion gilt sie als zuverlässige und präzise Arbeiterin. Matthias Miersch (SPD-Linke) lobt sie ebenso uneingeschränkt wie Johannes Kahrs (Seeheimer).

Zur Person

Katarina Barley wurde am 19. November 1968 in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte sie Jura in Marburg und in Paris. Sie war erst Rechtsanwältin für Medizinrecht in einer Hamburger Großkanzlei, wechselte dann in den Mitarbeiterstab des Landtages in Rheinland-Pfalz.

Von Ulrike Demmer

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