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Deutschland / Welt Begeisterung an der Küste: Wattenmeer ist Welterbe
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09:12 27.06.2009
Von Michael B. Berger
Das Wattenmeer ist zum Welterbe erklärt worden. Quelle: Ingo Wagner/lni
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Das Wattenmeer sei „eines der größten küstennahen und gezeitenabhängigen Feuchtgebiete der Erde“, hieß es in der Entscheidung, die das Gremium am Freitag in Sevilla traf.

Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert war begeistert: „Wir feiern jetzt erst einmal mit unseren Feriengästen am Strand.“ Und auch an anderen Küstenorten löste die Entscheidung der Unesco große Freude aus. „Das ist ein großer Tag für den Naturschutz in Deutschland“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der wie sein Landeskollege Hans-Heinrich Sander (FDP) gestern nach Cuxhaven gereist war, um die Entscheidung zu würdigen. Und auch Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist überzeugt, dass die Auszeichnung „die Attraktivität des Nordens weiter steigern“ werde.

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Der Tatsache, dass man den Küstenabschnitt vor Schleswig-Holstein, Niedersachsen und den Niederlanden bei Ebbe zu Fuß durch-„waten“ kann, verdankt das Wattenmeer seinen Namen. Die Unesco beeindruckte aber vielmehr die Artenvielfalt, die sich in diesem einzigartigen Biotop findet – an die 10 000 Arten sind hier heimisch, geschützt durch Nationalparkverordnungen wie auch durch europäische Naturschutzrichtlinien.

Bei der Bewerbung um den Unesco-Titel, die Deutschland, die Niederlande sowie die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein eingereicht hatten, war der Stadtstaat Hamburg bislang außen vor. Er befürchtete, dass dadurch Vorhaben wie die Elbvertiefung gefährdet sein könnten. Gestern erklärte der seit einem Jahr schwarz-grün regierte Stadtstaat, die kleine Fläche des Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer „nachzumelden“. Allerdings müssten die „vitalen Interessen“ Hamburgs bei der „Fahrrinnenanpassung und der Erreichbarkeit des Hafens“ berücksichtigt bleiben. Umweltschützer bezeichneten die Aussparung Hamburgs als peinlich.

Niedersachsens Umweltminister Sander erklärte, der Unseco-Titel verleihe dem Wattenmeer keinen höheren Schutz als die bereits geltenden Auflagen. „Sollten einmal Gas- oder Olböhrungen nötig sein, dann müssten sie als Querbohrungen von Land aus geschehen“, sagte Sander dieser Zeitung. Auf diese Aspekte habe man bereits in den Gesprächen mit der Unesco während der Bewerbungsphase geachtet.