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Deutschland / Welt Bolsonaro höhnt über Frankreichs Präsidentengattin - Macron wehrt sich
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20:58 27.08.2019
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, und seine Frau Brigitte. Quelle: Michel Spingler/AP/dpa
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Biarritz

Der seit Tagen andauernde Streit zwischen dem brasilianischen und dem französischen Präsidenten ist eskaliert und persönlich geworden. Jair Bolsonaro hatte sich am Sonntag amüsiert über einen Facebook-Post geäußert, in dem Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron beleidigt wurde.

Bolsonaro kommentierte den Post eines Nutzers, in dem dieser eine unvorteilhafte Aufnahme der 66-Jährigen Macron neben ein Bild der brasilianischen Präsidentengattin, der 37-jährigen Michelle Bolsonaro, gestellt hatte, wie die Nachrichtenagentur Reuters auf ihrer Webseite schreibt. Dazu schrieb der Nutzer: "Versteht ihr jetzt, warum Macron Bolsonaro bedrängt?" Er wette, dass Macron neidisch auf Bolsonaro sei.

Brasiliens Präsident markierte laut dem Bericht den Post mit "gefällt mir" und setzte offenbar amüsiert einen eigenen Kommentar unter den Post: "Demütige den Typen nicht, haha", schrieb er.

Macron: "Das ist traurig zuerst für ihn und die Brasilianer"

Emmanuel Macron verurteilte den Kommentar als "überaus respektlos". Am Rande des G7-Gipfels am gestrigen Montag kam der Post erneut zur Sprache, wie Reuters weiter berichtet: "Was kann ich Ihnen sagen? Das ist traurig, das ist traurig, aber das ist traurig zuerst für ihn und die Brasilianer", sagte Macron. "Brasilianische Frauen schämen sich wahrscheinlich für ihren Präsidenten." Er habe viel "Wertschätzung und Respekt" für das brasilianische Volk, sagte er weiter. "Ich hoffe, dass sie sehr schnell einen Präsident bekommen, der sich angemessen verhält".

G7-Staaten sagen Soforthilfe zu

Zuvor hatten die G7-Staaten bei ihrem Gipfel im französischen Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Feuer im Amazonas-Regenwald zugesagt. Die Mittel sind vor allem für die Bereitstellung von Löschflugzeugen bestimmt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte die Brände kurzfristig auf die Agenda des Treffens gesetzt. Er bezeichnete das Amazonasgebiet in Biarritz als „Gemeingut“ und beschwor die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft für die Region.

Den Angaben nach sollen von dem Geld auch andere Länder wie etwa Kolumbien und Bolivien profitieren. Frankreich betrachtet sich wegen seines Überseegebiets Französisch-Guyana ebenfalls als Amazonasland.

Feuer im Amazonas-Gebiet: Brasilien lehnt G7-Hilfen ab

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte sich darüber empört, dass die G7-Staaten sich in die inneren Angelegenheiten Brasiliens einmischten. „Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt und seine Absichten hinter einer "Allianz" der G7-Staaten zur "Rettung" des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären“, schrieb der Staatschef am Montag auf Twitter.

Macron bedauert Brasiliens Reaktion auf Soforthilfe für Regenwald

Macron wiederum bedauerte Brasiliens Nein zur Nothilfe für den Amazonas-Regenwald. Das Geld, das insgesamt neun Ländern im Amazonas-Gebiet helfen soll, sei ein Zeichen der Freundschaft, nicht von „Aggressivität“, sagte Macron am Dienstag. Die Interpretation des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sei „ein Fehler“.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Lesen Sie auch: Brasilien lehnt Soforthilfe der G7 ab

RND/lin/dpa/AP

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