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Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutsche Bahn: Boris Palmer hat Probleme mit bunter Gesellschaft
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20:50 23.04.2019
„Welche Gesellschaft soll das abbilden?“: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sorgt wieder einmal für Wirbel – diesmal mit einem Post über dunkelhäutige Werbeträger der Bahn. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat mit Kritik an einer Werbekampagne der Bahn für Empörung erneut auch in den eigenen Reihen gesorgt.

Die Bahn wirbt auf ihrer Internetseite mit Bildern von Reisenden mit unterschiedlichen Hautfarben, unter anderem mit dem dunkelhäutigen TV-Koch Nelson Müller und der türkischstämmigen Moderatorin Nazan Eckes. „Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die „Deutsche Bahn“ die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat“, schrieb Palmer am Dienstag auf Facebook. „Welche Gesellschaft soll das abbilden?“

Der shitstorm wird nicht vermeidbar sein. Und dennoch: Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die...

Gepostet von Boris Palmer am Dienstag, 23. April 2019

Daniel Lede Abal, der Tübinger Landtagsabgeordnete der Grünen, wies Palmers Post als „einfach völlig daneben“ zurück. „Das ist das Deutschland, das dem Tübinger OB offenbar fremd geblieben ist“, erklärte er. „Wenn er als Oberbürgermeister mit so einer Stadtgesellschaft nicht zurechtkommt, sollte er sich jetzt überlegen, ob er Oberbürgermeister bleiben kann.“

„Es wird Zeit den Hut zu nehmen, Herr Palmer

Der nordrhein-westfälische Grünen-Politiker Ali Bas forderte auf Twitter: „Es wird Zeit den Hut zu nehmen, Herr #Palmer!“

Auch andere Grüne reagierten genervt auf den Oberbürgermeister der schwäbischen Universitätsstadt, der immer wieder auf Facebook seine Parteifreunde provoziert. Kellner sagte: „Wir streiten lieber für pünktliche Züge und billigere Bahn-Tickets. Wer in den Zug steigt, ist uns herzlich egal.“

Grüne-Bundesspitze lobt Bahnkampagne

Aus dem Bundesvorstand der Grünen kam ausdrücklich Lob für die Werbekampagne. „Die Bahn ist für alle da, und dass sie mit Vielfalt wirbt, begrüße ich“, sagte der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner. „Es zeigt die gesellschaftliche Realität.“

Die Bahn verteidigte ihre Kampagne. „Herr Palmer hat offenbar zum wiederholten Male Probleme mit einer offenen und bunten Gesellschaft“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. „Solch eine Haltung lehnen wir ab.“ Nico Rosberg, Nazan Eckes oder Nelson Müller stünden „für besondere Talente, die viele Menschen begeistern“. Sie passten zur aktuellen Werbekampagne und seien „positive und repräsentative Identifikationsfiguren“.

Die Bahn zeigte kein Verständnis für die Kritik an den ausgewählten Werbeträgern: „Die DB freut sich, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, sagte der Sprecher. „Genauso gehören Kolleginnen und Kollegen aus über 100 Nationen zur DB-Familie.“

Weiterlesen:

Zoff um Boris Palmer: Darum wird Werbung immer vielfältiger

Von Jörg Köpke/RND/dpa

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