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Deutschland / Welt Botschaft von Horst Schlämmer
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08:00 24.09.2013
Von Alexander Dahl
Eigentlich ganz einfach? 1,3 Millionen Wähler gaben ungültige Stimmzettel ab. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Berlin

Eigentlich war bei der Bundestagswahl alles ganz einfach: Zwei Stimmen, zwei Kreuze. Und dennoch haben am Sonntag wieder fast 1,3 Millionen Wähler einen ungültigen Stimmzettel in die Urne geworfen – deutlich mehr, als mit ihrer Erststimme FDP wählten.

Bei den Erststimmen waren 1,6 Prozent ungültig; bei den Zweitstimmen 1,3 Prozent. Gegenüber der Bundestagswahl 2009 war das immerhin ein Rückgang von etwa 0,2 Prozent.

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Nicht immer sind die Motive klar. Bei einem leeren Stimmzettel liegt die Vermutung nahe, dass der Wähler keiner Partei sein Vertrauen schenken möchte. Schwieriger werden andere Fälle. Mitunter verzichten Wähler auf ihr Kreuz und malen ein Fragezeichen in den Kreis hinter der Parteiangabe. „Da bleibt völlig unklar, ob der Betreffende die Gruppierung wirklich wählen möchte oder nicht“, sagt Klaus Pötzsch, Sprecher des Bundeswahlleiters. Unergründlich ist für die Zähler in den Wahllokalen oft auch der unentschlossene Wähler. Dieser macht zunächst ein Kreuz, entscheidet dann neu, überkritzelt das erste und malt ein neues Kreuz – und macht damit den Stimmzettel wertlos. „Gültig ist er nämlich nur, wenn der Wählerwille ohne jede Interpretation sofort erkennbar ist“, sagt Pötzsch.

Manchmal werden auch Bemerkungen auf den Stimmzettel gekritzelt. Im Umland der Region Hannover schrieb jetzt einer den Wunsch „Kartoffelsalat und Bockwurst“ auf den Wahlschein. Ein anderer outete sich als Fan des Komikers Hape Kerkeling und ergänzte die Parteiangaben um dessen Politikerfigur Horst Schlämmer aus der Filmparodie „Isch kandidiere!“. Beides amüsant, aber natürlich ungültig.

Die Stadt Hannover lag mit 1,4 Prozent ungültiger Stimmen leicht über dem Bundesniveau. Das Umland mit einem Prozent darunter. In Niedersachsen wurden 1,2 Prozent der Stimmen am Sonntag als ungültig aussortiert. Eine Erheiterung für die Wahlhelfer ist übrigens passé: Da es keine kaschierenden Wahlumschläge mehr gibt, werden aus Stimmzetteln in der Wahlkabine keine Schiffchen oder Weihnachtssterne mehr gefaltet.

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